Devisen

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Devisenhandel: Die Marktteilnehmer

Der Devisenhandel ist aufgrund technischer Fortschritte auch für Privatanleger zugänglich. Wollen Sie wissen, worauf Sie beim Handel mit Devisen achten sollten? Lernen Sie Ihre Gegner beim Devisenhandel kennen!


Die Akteure beim Devisen-Handel

Aufgrund des technischen Fortschritts wird es auch für Privatanleger immer einfacher, sich neben dem Aktienmarkt bisher unzugängliche Marktsegmente wie den Devisenhandel für ihre Geldanlage zu erschließen. Bevor Sie jedoch beginnen, am Devisenmarkt zu traden, sollten Sie sich erst einmal bewusst machen, wer eigentlich Ihre Gegenüber im Handel sind und welche Ziele diese verfolgen… Und welche Auswirkungen das auf Ihre Finanzen haben kann, wenn Sie ohne Erfahrung beim Devisen-Handel Geld verdienen wollen.

 

Großbanken stellen beim Devisen-Handel die Kurse

An großen internationalen Banken sitzen die so genannten Market Maker, deren Aufgabe das Quotieren der Devisenkurse für andere Marktteilnehmer ist. Sie stellen damit die Liquidität für alle anderen Devisenhändler sicher. Ihr Verdienst besteht in erster Linie aus der Differenz zwischen den An- und Verkaufskursen, sie können aber auch aus kurzfristigen Positionen im Markt zusätzliche Erträge erwirtschaften.

 

Proptrader spekulieren mit Devisen

 Bei den Banken gibt es aber auch strategische Händler, so genannte Proptrader. Ähnlich wie ein Privatanleger handelt ein Proptrader kurzfristige Positionen allein mit dem Ziel, Gewinne zu erzielen. Im Gegensatz zu Ihnen erhält der strategische Händler dafür jedoch ein Gehalt von der Bank. Er kann sich allerdings einen zusätzlichen Bonus durch die Beteiligung an Gewinnen erwirtschaften. Macht er Verluste, trägt diese die Bank. Daher wird er streng überwacht und im Zweifelsfall kurzfristig „abgeschaltet“ und in den frühen Feierabend geschickt.

 

Broker vermitteln die Devisengeschäfte der Handelspartner

Broker stellen das Bindeglied zu den Kunden der Banken dar. Früher lief dieses ganze Geschäft über Telefon ab. Der Broker war auf der einen Seite mit den Market Makern verbunden, die ihm den Kurs stellten. Am nächsten Telefon hatte er den oder die Kunden, die ihm ihre Kauf- bzw. Verkaufswünsche mitteilten. Dabei musste der Kunde oft mehrere Broker anrufen, um einen guten Kurs gestellt zu bekommen.

Durch die moderne Technik nimmt aber die Zahl der klassischen Telefonbroker stetig ab und immer mehr Geschäfte werden über elektronische Broker abgewickelt. Im Gegensatz zu den Brokern, über die Sie als Privatanleger handeln, stellen die institutionellen Broker wie EBS und Reuters Dealing permanent Quotierungen, die als Referenz für den ganzen Markt dienen. Der Verdienst der Broker besteht nur in den erhaltenen Gebühren, die er von den Großkunden erhält. Die Höhe hängt dabei allein davon ab, wie viele Geschäfte er erfolgreich vermitteln kann, eigene Positionen hält er gewöhnlich nicht.

 

Zentralbanken sind auch Teilnehmer am täglichen Devisenhandel

Auch die Zentralbanken nehmen am Devisenhandel teil. Abgesehen von manchmal nötigen Interventionen, laufen über sie auch viele Außenhandelsgeschäfte, für die Devisen benötigt werden. Diese kommerziellen Geschäfte haben oft beträchtliche Größenordnungen, die die Kurse deutlich beeinflussen können. Die Zentralbanken wickeln diese Transaktionen ohne eine Gewinnerzielungsabsicht ab.

 

Unternehmen benötigen den Devisenmarkt für ihre Geschäfte

Alle Firmen, die international tätig sind, benötigen Devisentransaktionen zur Abwicklung ihrer Aktivitäten im Ausland. Große Konzerne haben eigene Abteilungen, die sich nur mit den benötigten Devisenströmen befassen. Dabei werden häufig Zahlungsverpflichtungen oder -eingänge am Terminmarkt abgesichert, um die kurzfristigen Wechselkursschwankungen in Grenzen zu halten. Normalerweise ist es das Ziel dieser Unternehmen, Währungsverschiebungen zu vermeiden. Die Konzerne agieren meist langfristig, es können jedoch auch zusätzliche Einnahmen durch den Devisenhandel erzeugt werden.

 

Hedgefonds nehmen am Devisen-Handel teil

Auch Kapitalanlagesellschaften im weiteren Sinn agieren am Devisenmarkt. Während sich Anlagefonds ähnlich wie Unternehmen verhalten, spekulieren auch Hedgefond-Manager gerne mit Devisen.

Sie nutzen die häufig sehr stabilen, langen Trends und die geringeren Margin-Anforderungen (Margin = Sicherheitsleistung) zur Erzielung gehebelter Profite. Dabei stieg der Umsatz dieser Transaktionen in den vergangenen Jahren enorm an, er führte unter anderem zu der oben erwähnten Erhöhung des täglichen Handelsvolumens. In jüngster Zeit sind dabei vor allem die Carry-Trades zu erwähnen, bei denen Kredite in einer schwachen Währung aufgenommen werden, um das Geld dann in höher verzinsten Währungen oder anderen Anlageklassen anzulegen.

Hedgefonds sind die klassischen Spekulanten, ihnen geht es nur darum, mit ihren Transaktionen möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Damit agieren sie teilweise in einem ähnlichen Bereich wie die Proptrader, halten aber auch längerfristige Positionen und sind freier in ihren Anlageentscheidungen.

 

Devisen-Handel als neues Anlagemedium für Privatanleger

Wie bereits erwähnt war der Handel mit Devisen vor einiger Zeit überwiegend großen Adressen vorbehalten. Durch die Entwicklung der modernen Elektronik ist es für den Privatanlager aktuell kein Problem mehr, über eine spezielle Handelsplattform von zu Hause aus Devisen zu handeln.

Immer mehr Privatanleger finden an den neuen Handelsmöglichkeiten Gefallen, so dass auch in diesem Bereich das Volumen deutlich gestiegen ist. Falls auch Sie Gefallen am Devisenhandel gefunden haben, eine kurze Empfehlung: Machen Sie sich bewusst, „gegen“ welche – teils professionellen - Akteure Sie handeln. Das Traden mit Devisen bietet große Chancen, aber Sie sollten das vorhandene Risiko genauso managen wie die großen Akteure am Markt. 

 

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von
Daniela Knauer
Daniela Knauer

Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.

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