Devisen
Andreas Schnappberger in Traders Daily zum Thema Devisen
vom
Lustloser Devisenhandel
Bei diesen impulslosen Märkten kann man getrost den Bildschirm ausschalten. Man wird hier nichts versäumen. Der Mangel an Impulsen hat gestern zur Wochenmitte den Devisenhandel nahezu zum Erliegen gebracht.
EUR/USD mit leichten Abschlägen
Kaum der Rede wert waren die leichten Abschläge von nur wenigen Punkten in EUR/USD bis 1.1945. Der Markt bleibt über die weitere Kursentwicklung des US Dollars unsicher.
Zum einen belasten die anhaltenden politischen Differenzen mit dem Iran den US Greenback weiter und zum anderen suchen die Börsenhändler aktiv nach Alternativen zu Anlagen in USD.
Gold mit dem größten Tagesverlust seit 13 Jahren.
Dass sich wie angesprochen Umschichtungen derzeit anbieten, konnte der Markt seit Dienstag vor allem in den Goldnotierungen erleben. Obwohl Gold als "sicherer Hafen" bei Finanzanlagen gilt, musste der Markt massive und eindrucksvolle Abschläge seit Dienstag hinnehmen. Mit einem Tagesverlust von 22 USD pro Unze auf USD 540 und gleichzeitig dem größten Rücksetzer innerhalb einer Handelssitzung seit 1993 zeigt der Markt seine Anfälligkeiten. Einzig der im Grunde ruhige Dollarhandel konnte größere Verluste für Gold vermeiden.
Umschichtungen haben begonnen !
Die Rotation für Anlagen in "sichere Häfen" geht weiter. Nachdem anscheinend Gold wie angesprochen nicht mehr en vogue zu sein scheint, holt man die Klassiker wieder aus der unteren Ecke hervor. Diesmal den Schweizer Franken.
Seit Tagen ist der Franken äußerst stabil gegenüber den übrigen Weltwährungen und wird weiter nachgefragt. Bei Kursen von 1.55 Euro gegen den Franken scheint der Markt hier wie einzementiert. Mit beiden Währungspaaren fühlt man sich anscheinend wohler als mit großen Risikopositionen im US Dollar.
Verkehrte Welt ?
Trotzdem gehen die kurzfristigen Prognosen noch von leicht steigenden US Dollarnotierungen gegenüber dem Euro in den nächsten Tagen aus. Auf den ersten Blick scheinen beide Szenarien nicht zusammen zu passen, da man ja im Grunde eher von einem steigenden Angebot für den USD ausgehen müsste. Oftmals kommt es an den Börsen für kurze Zeit zu den genau gegenteiligen Effekten, wie die volkswirtschaftliche Lehrmeinung es vorschreibt. So auch im Moment. Das zeigt umso mehr die Unsicherheit des Marktes, der sich offensichtlich über die genaue Interpretation des fundamentalen Umfeldes für den USD nicht sicher ist. Eine klarere Sicht der Dinge hat man aber für den Japanischen Yen.
Steigende Zinsen in Japan unterstützen den Yen
Nachdem in Japan die Wirtschaft Fahrt aufnimmt, kommt die Unterstützung auch seitens der Bank of Japan. Die Zeit der niedrigen Zinsen scheint nun vorbei zu sein, nachdem die Bank of Japan sich zu immer klareren Aussagen durchringt. Mit Kommentaren, dass die Zeit des "leichten und billigen Geldes" vorbei sei, wird natürlich der Japanische Yen unterstützt. Um das Ganze auch zu dokumentieren, ist die Bank of Japan derzeit mit Yen-Käufen vor allem gegen den US Dollar aktiv. Die Notierungen wurden dann auch in den letzten Tagen schnell von Kursen bei 1,19 gegen den USD bis auf 1.1750 herunter gehandelt.
Bank of Japan wird keine Schwäche zeigen
Ein stärkerer Yen ist somit das erklärte Ziel der BoJ und man wird sicherlich in der nächsten Zeit des öfteren den Devisenmarkt mit relativ klaren Zeichen belohnen, die den Yen unterstützen werden. Das zarte Pflänzchen des aufkeimenden Wirtschaftswachstum in Japan wird mit aller Macht verteidigt werden. Mit sehr tiefen Taschen ist daher die Zentralbank Japans immer für eine Überraschung gut.
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