Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Devisen
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
vom
Liebe Leser,
kann man es gegenwärtig noch anders ausdrücken, als dass der Markt offenbar um fast jeden Preis die Entspannung" sehen will?! Extrem bärisch, sind sie gewesen die Marktteilnehmer - und nicht zu Unrecht - in Bezug auf die US-Wirtschaft, aber vor allem bezüglich des US-Finanzsektors. Aber der Markt kann seine Meinung schnell ändern....
Und nun, lieben Sie die Finanzwerte wieder?! Nun, zumindest lieben sie Wells Fargo, das ihnen einen Ausweg aus dem Dilemma bot, eine Rechtfertigung um zu sagen: Alles wird wieder gut!". Der Finanzdienstleister überraschte die Marktteilnehmer angenehm mit besser als erwarteten Quartalsergebnissen. Und schon lieben sie den US-Finanzsektor wieder! Nun gut, auch JP Morgan überraschte mit einem höher als erwarteten Nettogewinn pro Aktie fürs zweite Quartal. Immerhin zwei!
Merrill Lynch dagegen dürften sie zwar nur schwerlich wieder lieben lernen, nach weiteren enttäuschenden Zahlen. Aber Citigroup steht ja noch aus.
Und dann sind da noch Fannie und Freddie...eigentlich keine schöne Geschichte! Eigentlich auch für den weichen USD keine schöne Geschichte, aber vielleicht kommt es auch hier nur auf die Interpretation an. Warum sich Sorgen machen, wenn man doch weiter über die Blümchenwiese spazieren kann, weil man doch weiß, dass es immer einen Ben Bernanke oder Henry Paulson geben wird, der seine schützende Hand über einen hält?!
Nun ja, und dann ist da noch der Ölpreis (Light Sweet Crude) der weiter über der 130 -USD-Marke dümpelt, nachdem der Markt ihn in die Tiefe geschickt hat. Warum, kann man sich auch hier fragen? Natürlich die Entspannung an der Iran-Front! Oder greifen die Marktteilnehmer nun mittlerweile doch die bärischen Argumente Wirtschaftsabschwächung und Nachfragerückgang auf?
Nun ja, man bekommt fast das Gefühl als wolle der Markt nun an jeder Front einfach alles wieder ins Lot bringen. Alles soll wieder gut werden: die Wirtschaft, die Aktienmärkte, der Ölpreis und der US-Dollar. Entspannung ist angesagt und es bleibt nur zu hoffen, dass es kein Prager Frühling ist, der da jung und unschuldig sprießt.
EUR/USD gab im Zuge der Entspannung wieder ab; fand gestern zwischenzeitlich sein Tief bei 1,5820. Gegenwärtig notiert EUR/USD bei 1,5868. Doch warten wir's ab, wie weitere Quartalsergebnisse aus dem Finanzsektor ausfallen und aufgenommen werden. Sollte EUR/USD eine Unterstützungslinie bei 1,5807 unterschreiten, könnte ein weiterer Abwärtstrend in Richtung der 1,57er Marke gehen.
Ein weiteres Zeichen für eine beginnende Entspannung ist der offensichtlich wieder steigende Risikoappetit. Zu messen in der USD/JPY-Entwicklung. Erfreute sich der japanische Yen vor ein paar Tagen noch großer Unterstützung läuft USD/JPY nun mittlerweile wieder in Richtung der 107er Marke, testete gestern schon einmal die 107,10 und notiert gegenwärtig bei 106,29.
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