Devisen

Das sind die Akteure auf dem Devisenmarkt - ein Überblick 2/2

in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
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Die amerikanische Notenbank FED nutzt ihren Einfluss auf den Wechselkurs zur Konjunktursteuerung. Indem sie durch exzessive Dollarverkäufe einen niedrigeren Wechselkurs provoziert, bietet sie der heimischen Wirtschaft bessere Exportchancen. Amerikanische Waren sind bei niedrigeren Wechselkursen für ausländische Käufer günstiger.


Die Bank of Japan intervenierte am Devisenmarkt in den vergangenen Jahren besonders häufig. Zum einem nutzte sie dazu das Instrument der Ankündigung, was mit einer verbalen Intervention umschrieben werden kann. Dazu veröffentlichte sie ihre Absichten und Ziele, ohne diese Ziele auch wirklich umzusetzen. Dadurch wurde ein verändertes Handeln der Devisenmarktakteure herbeigeführt und so indirekt der Wechselkurs beeinflusst. Zum anderen intervenierte sie aber auch aktiv, indem sie Yen kaufte oder verkaufte, um so den Wechselkurs direkt zu steuern. Sowohl die indirekte als auch die direkte Beeinflussung waren stets nur von temporärem Erfolg gekrönt.

Die europäische Zentralbank hielt sich mit Interventionen bislang auffallend zurück.

Historische Intervention von FED, EZB und Bank of Japan

Die Intervention am Devisenmarkt ist nicht unbegrenzt durchführbar. Ist die Abweichung zwischen der gewünschten Notierung und dem realen Marktpreis zu groß, müssen gewaltige Summen in den Markt gepumpt oder herausgezogen werden. So baute zum Beispiel die Schweizer Nationalbank zwischen 2008 und September 2011 Devisenpositionen aus weitgehend erfolglosen Marktinterventionen in Höhe von 250 Milliarden Franken auf. Das entspricht annähernd der Hälfte eines Jahres-Bruttoinlandsprodukts der Schweiz.

Kapitalanlagegesellschaften mit teils spekulativem Charakter

Kapitalanlagegesellschaften, wie Versicherungen, Trust-Gesellschaften und Hedge-Fonds bilden eine weitere Gruppe, die am Devisenmarkt eine wichtige Rolle spielt. Der Großteil agiert auf dem Devisenmarkt, um sich wie Unternehmen gegen Währungsschwankungen in den Anlage-Portfolien abzusichern.

Doch es gibt auch Ausnahmen, insbesondere unter Hedge-Fonds. Sie spekulieren auf Wechselkursveränderungen und verfolgen damit das Ziel, Gewinne mit den Spekulationen zu erwirtschaften. Eines der wohl spektakulärsten Ereignisse, die diese Art des Geschäftsmodells in die breite Öffentlichkeit trug, war die Spekulation von George Soros, der im September 1992 auf eine Abwertung des von der Notenbank durch Marktinterventionen künstlich überbewerteten britischen Pfunds spekulierte. Die Folge war, dass die Bank of England die künstliche Verteuerung nicht mehr aufrecht erhalten konnte, aus dem europäischen Wechselkurssystem aussteigen musste und Soros einen geschätzten Gewinn von einer Milliarde US-Dollar machte.

Privatpersonen bilden die jüngste Gruppe

Die jüngste Teilnehmergruppe, die am Devisenmarkt agiert, sind Privatpersonen. Der Siegeszug des Internets und der Einzug der elektronischen Handelsplattformen ermöglichen es auch Privatpersonen, am Devisenmarkt zu spekulieren. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Anbietern. Sie spielen aber für das Handelsvolumen nur eine marginale Rolle. Der Kontakt mit Devisen wird wohl auch weiterhin für die meisten Privatpersonen durch Urlaubsreisen oder Geldanlagen in einer Fremdwährung zustande kommen und nicht am Devisenmarkt.

Dabei ist das Devisentrading gerade auch für Privatpersonen hoch interessant. Nicht zuletzt deshalb, weil Privatpersonen in der Regel bessere Handelskonditionen haben als Großbanken. Die Broker können sich bei kleinen Positionen schlicht besser absichern und geben diesen Vorteil an die Kunden weiter.

 


von
Thomas Kallwass
Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.


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