Devisen und der Devisenmarkt
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 04. September 2007 08:30 Uhr
ENL5462
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
In den ersten beiden Folgen unserer kleinen Serie habe ich Sie zu einem kurzen Ausflug in die Geschichte des Geldes und der Währungen eingeladen. Heute geht es nun richtig los mit unserem eigentlichen Thema, den Devisen.
Devisen sind Buchgeld
Was sind eigentlich Devisen im Unterschied zu einer Währung? Laut Meyers Lexikon verbriefen Devisen Zahlungen in fremder Währung an einem ausländischen Platz, dienen der Bezahlung importierter Waren und Dienstleistungen und werden für internationale Kapitaltransaktionen benötigt. Im Gegensatz zu den Devisen, die das Buchgeld darstellen, gilt in der Banksprache der Ausdruck Sorten als Bezeichnung für ausländisches Bargeld, also das reale Geld in ausländischer Währung.
Devisen als Basis für alle internationalen Transaktionen ...
Der Devisenmarkt ist der größte und liquideste Markt der Welt, denn er stellt die Basis für alle anderen internationalen Transaktionen dar. Devisen werden nicht über eine einheitliche Börse gehandelt wie die Aktienmärkte. Stattdessen hat sich ein Netzwerk von Banken und Brokern entwickelt, die untereinander handeln, ohne dass eine übergeordnete Instanz wie eine Börse den Prozess überwacht. Daher wird dieses Netzwerk auch als Interbanken-Markt bezeichnet. Es gibt hier auch keine festen Regularien, sondern die Händler halten sich lediglich an einen allgemeinen Verhaltenskodex, den Model Code. Der Name Forex ist nur die Abkürzung für Foreign Exchange, übersetzt "Tausch von Devisen" und stellt keine instutionalisierte Börse dar, sondern hat sich einfach als Bezeichnung für den gesamten Devisenmarkt etabliert.
... sind der grösste und liquideste Markt der Welt
Das Volumen des Devisenmarktes ist nicht so einfach zu bestimmen wie an den Aktienbörsen, wo Sie sich täglich die gehandelte Stückzahl der Aktien abrufen können. Von der Bank of International Settlements wird alle drei Jahre in einer aufwendigen Statistik das Volumen des Marktes bei den beteiligten Banken abgefragt. Die letzte Umfrage war im Jahr 2004, aktuell läuft wieder eine neue Erhebung. Bei diesen Daten hat sich eine interessante Entwicklung ergeben:: Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen fiel von 1.490 Mrd. USD im Jahr 1998 auf 1.200 Mrd. USD im Jahr 2001. Dafür war nicht nur die Wirtschaftsschwäche verantwortlich, sondern durch die Einführung des Euro mussten weniger Devisen getauscht werden, weil ja viele Nationalwährungen in Europa wegfielen. Bei der jüngsten Erhebung im Jahr 2004 stieg das Volumen aber wieder deutlich an auf 1.900 Mrd. USD. Daran erkennt man einerseits die boomende Wirtschaft, die mehr Transaktionen benötigt, andererseits nimmt auch insgesamt das Interesse am Devisenhandel zu, so dass immer mehr Marktteilnehmer am Devisenmarkt teilnehmen.
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