Deutschland im Konjunktur-Rausch
Katja Kram in Insider Daily
vom 25. August 2010, 14:30 Uhr
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Es geht wieder voran - auch wenn der so genannte Wirtschaftsaufschwung derzeit eher ein deutsches Phänomen zu sein scheint. Nach wie vor sind die Nachrichten rund um den Globus eher durchwachsen. Denn während es für Irland eine Abstufung der Kreditwürdigkeit gab und die Statistik zu den amerikanischen Hausverkäufen an die Zeit der amerikanischen Hypotheken- und Immobilienkrise erinnert, gibt es von Konjunkturfront hierzulande beinahe täglich Meldungen, die das Anlegerherz höher schlagen lassen.
Im Baugewerbe brummt es wieder
So verkündete das Statistische Bundesamt heute, dass die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat preisbereinigt um 0,3% gestiegen sind. Vor allem im Hochbau verzeichneten die befragten Baubetriebe einen Anstieg des Bestelleingangs. Hier ist die Nachfrage um 14,2% gestiegen. Im Tiefbau hingegen lief das Geschäft nicht ganz so berauschend, denn es gingen etwa 10,7% weniger Bestellungen im Juni ein als noch ein Jahr zuvor.
Wie die Wiesbadner mitteilten, stiegen die Umsätze der Branche im Juni binnen Jahresfrist um 2,6% auf rund 7,8 Mrd. Euro. Jedoch sei vor zuviel Euphorie gewarnt, denn die Branche selbst rechnet für das laufende Jahr mit einem leichten Umsatzrückgang. So steht der Bauwirtschaft nach Einschätzung des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbe (ZDB) in 2011 ein Krisenjahr erst noch bevor - nämlich dann wenn das Konjunkturpaket der Bundesregierung ausläuft.
Ifo-Geschäftsklimaindex steigt auf Drei-Jahres-Hoch
Sogleich folgt eine neue frohe Botschaft auf dem Fuße, welche die gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft abermals anheben dürfte. Der Ifo-Geschäftsklimaindex konnte im August abermals zulegen. Wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte, stieg der Index auf 106,7 Punkte von 106,2 Zählern im Vormonat. Damit erreichte das Stimmungsbarometer den höchsten Stand seit Juni 2007 und übertraf zudem die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit einem Rückgang des Index auf 105,7 Punkte gerechnet hatte.
Künftiges Wachstum hängt von Auslandsnachfrage ab
Für die nahe Zukunft zeigten sich die etwa 7.000 befragten Unternehmen etwas verhaltener. Sie schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate minimal schlechter, die Lage aber besser ein. Nach dem rasanten Wachstum der Wirtschaft im zweiten Quartal rechnen viele Experten für das laufende dritte Quartal mit einer Konjunkturabkühlung. Vor allem die sinkende Auslandsnachfrage dürfte die Erholung etwas ausbremsen. Aus diesem Grund sehen Fachleute ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal von nur noch 0,5%. Für das Gesamtjahr wird mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um etwa 3,3% gerechnet.
Es sei jedoch davor gewarnt zu glauben, dass der Konjunkturaufschwung in Deutschland von den Entwicklungen im Ausland unberührt. Sollten die USA in eine Rezession rutschen und Asien langsamer wachsen als bisher, dann werde sich dies auch auf Deutschland auswirken, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Mittwoch.
Ihre
Katja Kram
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