Deutschland, deine Stromversorgung
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 15. März 2011, 20:00 Uhr
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Während sich die Aussichten für die Uranwerte von einem Tag auf den anderen eingetrübt haben, die Aktienmärkte derzeit nur den Weg nach unten kennen (wobei sich bemerkenswerter Weise die US-amerikanischen Indizes dem Abwärtsdruck vergleichsweise weniger stark hingeben, was möglicherweise damit zu tun haben könnte, dass US-amerikanische Investoren Katastrophen im Ausland etwas weniger stark auf das eigene Land beziehen) und sich nur die Alternativen Energien-Titel wahrer Kauffreude hingeben dürfen, wird Deutschland wohl definitiv erst mal 2 Atomkraftwerke vom Netz nehmen. Neben Neckarwestheim-1 und Isar-1 stehen womöglich aber auch Brunsbüttel und Krümmel vor dem Aus.
Ich möchte jetzt gar nicht darüber diskutieren, warum die Bundesregierung, die am Samstag noch fest hinter der Kernenergie stand, ihre Meinung, wie in der Politik üblich, von einem Tag auf den anderen geändert hat. Und ich frage mich auch nicht mehr, warum deutsche AKWs heute unsicherer sind, als noch letzten Dienstag...aber ich interessiere mich gerade dafür was das Ausland eigentlich denkt.
Das Ausland und die Kernenergie
Das lässt sich schnell zusammen fassen: die USA, China, Russland, Frankreich (übrigens der größte Atomstromproduzent Europas) und Italien halten am Ausbau der Atomenergie fest. Polen will sogar erst einsteigen. Nur Belgien überlegt sich eventuell die Laufzeitverlängerungen abzusagen. Die Schweiz wartet naturgemäß erst einmal ab und hat vorerst die Pläne für Neubauten auf Eis gelegt. Die EU-Kommission denkt über Stresstests für AKWs nach - ob die Franzosen das aber mit tragen, wer weiß?
Wer sich also durch die Präsenz eines AKW bedroht fühlt, sollte folglich nicht ins Grenzgebiet ziehen, denn in der Regel stehen viele der Schweizer und französischen AKWs eben genau am Rhein, also im Grenzgebiet und gerade auf französischer Seite gibt es da auch so einige ältere Modelle.
Aber lassen wir das jetzt mal, beschäftigen wir uns lieber mit den wirklichen Auswirkungen der Katastrophe in Japan für Deutschland und Europa.
Steigende Strompreise
Nun ist es natürlich so, dass unsere Stromkonzerne ohne Laufzeitverlängerungen, aber mit Atomsteuer natürlich Bewertungsabschläge hinnehmen müssen. Allerdings sind die Titel derzeit schon so nach unten getrieben worden, dass man sich schon fragen kann, wann denn der negative Impact eingepreist ist.
Wie auch immer, wenn wirklich 4-5 alte AKWs vom Netz genommen werden, dann ist es Schluss mit dem Stromüberschuss. Da der Markt solche Entwicklungen voraus nimmt, reicht also alleine das Abschalten um von steigenden Markt-Strompreisen auszugehen. Abgesehen davon sollte sich eine wachsende Wirtschaft bewusst machen, dass trotz Energiesparmaßnahmen, in der Regel der Energieverbrauch, auch langfristig, steigt. Wenn die AKW-Betreiber nun also ihre Kraftwerke abschalten, dann müssen sie sich überlegen, so rasch wie möglich in Alternativen zu investieren. Das geht am einfachsten und schnellsten wenn die Kohlekraftwerke ausgebaut werden. Dann aber würden die CO2-Emissionen steigen und damit die Kosten für die Emissionrechte, was sich wiederum erhöhend auf die Strompreise auswirkt.
Im 2.Teil geht's weiter...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Energiemusketier (15.03. 2011 22:35 Uhr):
Sehr geschätzte Frau Miriam Kraus! Ich lese mit Begeisterung seit Jahren ihre informativen Beiträge. Warum sollen in Deutschland die Lichter ausgehen, wenn Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke abgeschalten werden. Wind und Solarkraftwerke können Atomkraftwerke für immer ersetzen!! Mit einen Energienix aus Wind, Photovoltaik, Solarthermie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie kann der gesamte Energiebedarf Deutschlands innerhalb von zehn Jahren zu 100% gedeckt werden, sauber für immer. Mit dem enormen Vorteil, keine Kosten für die Energie zu haben, sondern nur noch Technik Kosten. Es ist völlig absurd zu glauben Kohle, Gas oder Erdöl könnten die Energieversorgung sichern! Peak Oil haben wir bereits hinter uns, Peak Coal, Gas und Uran sind schon bald mit dabei. Warum also noch immer in der fossilen Vergangenheit denken, wenn wir bereits mitten im Solarzeitalter sind. An der Solaren Energiewende führt kein Weg vorbei, je rascher wir diesen einschlagen um so besser für die gesamte Bevölkerung. Jeder aufgeschobene Tag, was die Mobilisierung Erneuerbarer Energien betrifft, wird für die Menschheit unertäglich - nicht nur aus Umweltgründen. Meint Energiemusketier
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