Deutsche Wirtschaft präsentiert sich unglaublich stark

in Wave Daily
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Das ist schon beeindruckend - um ganze 0,5% konnte die deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn (1. Quartal 2012) zulegen und ist damit nicht in eine Rezession gerutscht. Dies war auch weder von mir, noch von anderen Experten erwartet worden, denn die deutsche Wirtschaft zeigte sich enorm robust im Vergleich zu den umliegenden Ländern. Gerade hier im Wave Daily hatte ich Deutschland häufiger als die Insel des Glücks bezeichnet.



(Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2012)

Im Schlussquartal 2011 hatte es mit -0,2% den ersten kleinen Dämpfer für das deutsche Bruttoinlandsprodukt seit der Wirtschaftskrise 2009 gegeben. Daher war zunächst, im Hinblick auf die europäische Schuldenkrise, eine Fortsetzung der Wirtschaftsschwäche in Deutschland auch im 1. Quartal 2012 erwartet worden. Diese Erwartungen veränderten sich jedoch mit jedem neuen positiven Konjunkturdatum, welches in diesem Zeitraum veröffentlicht wurde.

Vorzeichen für ein Wachstum auch im 2. Quartal

Zum ersten Quartal des Vorjahres kletterte das BIP um 1,7 %, kalenderbereinigt lag die Zuwachsrate bei 1,2 %. Und es sieht auch so aus, als würde sich das Wachstum weiter fortsetzen. Denn die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe erhöhte sich im März vorläufigen Angaben zufolge gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt spürbar um 2,8%. Im Monat zuvor war sie noch deutlich aufwärts revidiert um 0,3% zurückgegangen.

Und auch die Auftragseingänge in der Industrie erhöhten sich vorläufigen Angaben zufolge im März preis-, kalender- und saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat deutlich um 2,2%. Im Vormonat war der Auftragseingang revidiert um 0,6% (doppelt so hoch aus wie bislang angenommen) gestiegen.

Das sind schon sehr deutlich positive Vorzeichen für ein BIP-Wachstum auch im 2. Quartal.

Besonders die boomenden Geschäfte mit Schwellenländern sorgten bei der deutschen Industrie für überraschend dicke Auftragsbücher. Die Bestellungen aus Ländern außerhalb des Währungsgebietes stiegen um kräftige 4,8%. Die Aufträge aus den gegen die Schuldenkrise kämpfenden Euro-Staaten stagnierten allerdings (wundert Sie das?).
Die Eurozone ist der wichtigste deutsche Exportmarkt: Etwa 40% der Ausfuhren landen dort.

Heftiger Dämpfer

Einen heftigen Dämpfer gab es jedoch vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Wie das ZEW heute bekannt gab, sind die Konjunkturerwartungen für Deutschland im Mai um 12,6 Punkte gefallen und stehen nun bei 10,8 Punkten. Dies ist der erste Rückgang des Indikators nach zuletzt fünf Anstiegen in Folge.

Die Bewertung der aktuellen Lage für Deutschland hat sich dagegen noch einmal leicht verbessert. Der entsprechende Indikator steigt im Mai um 3,4 Punkte und notiert nun bei 44,1 Punkten.

Funktionsweise des ZEW-Index

Die ZEW-Konjunkturerwartungen ergeben sich aus dem ZEW-Finanzmarkttest als Saldo der prozentualen positiven und negativen Antworten der Umfrageteilnehmer auf die Frage nach der Konjunkturentwicklung in 6 Monaten. Der Anteil derjenigen, die mit keiner Veränderung der Konjunktur rechnen, spielt dabei für den Saldo keine Rolle.

Finanzexperten folgen häufig dem Aktienmarkt

Da der ZEW-Index die Befragung von bis zu 350 Analysten und institutionelle Anleger zum Gegenstand hat, ist es aber in meinen Augen aufgrund der Kursrückgänge und der aktuell schwierigen Lage am Aktienmarkt kaum verwunderlich, dass sich der Index abgeschwächt hat. Die Umfragewerte gelten unter vielen Experten als dem Aktienmarkt folgend.

von
Sven Weisenhaus
Sven Weisenhaus

Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.

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