Deutsche Solarwerte im Koalitionsglück
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Börse
vom 27. Oktober 2009, 14:30 Uhr
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was hatte man geschimpft und gefürchtet. Die Solarbranche war so gar nicht glücklich mit der Wahl der neuen Regierung aus Union und FDP. Verschiebung des Atomausstiegs und Absenkung der Einspeisevergütung von Solarstrom waren die beiden Angstfaktoren im Wahlprogramm der Schwarz-Gelben. Und nun ist er da, der neue Koalitionsvertrag. Doch das Katastrophenszenario für die Solarbranche ist ausgeblieben. Die Neuregelung des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird wohl mit Augenmaß geschehen.
Schauen wir mal ins Detail. Die neue Bundesregierung will spätestens innerhalb des kommenden Jahres ein neues Energiekonzept für eine saubere, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland vorlegen. Die erneuerbaren Energien sollen konsequent ausgebaut und die Energieeffizienz weiter erhöht werden, heißt es in der am Samstag in Berlin veröffentlichten Koalitionsvereinbarung zwischen Union und FDP.
Novelle des EEG erst in 2012
Und nun kommt der Teil, der unsere Solarunternehmen besonders freuen sollte: Die künftige Regierung will den Ausbau der erneuerbaren Energien entsprechend den bestehenden Zielvorgaben weiter fördern, das EEG sowie den unbegrenzten Einspeisevorrang erhalten. Zugleich soll jedoch die Förderung wirtschaftlicher und die Einspeisung ins Netz effizienter gestaltet werden. Eine Novelle des EEG wollen Union und FDP - wie vorgesehen - erst zum 1. Januar 2012 auf den Weg bringen. Als Sofortmaßnahme will die neue Regierung die Reduzierung der EEG-Vergütung für modulare Anlagen, die vor dem 1. Januar 2009 in Betrieb waren, zurücknehmen.
Auch für die Windenergie-Branche hat der Koalitionsvertrag einige nette Neuerungen im parat. So will man die Rahmenbedingungen für die Modernisierung von Windkraftanlagen an Land (Repowering) verbessern und die Planungssicherheit für Windkraftprojekte auf See (Offshore) erhalten. Auch für eine ökologisch verträglichere Wasserkraftnutzung will die schwarz-gelbe Regierung die Bedingungen verbessern. Bei der Biomasse-Verstromung sollen organische Rohstoffe gegenüber nachwachsenden Rohstoffen stärker gewichtet werden.
Solarworld, Q-Cells und Nordex auf Gewinnerseite
Die Erleichterung über die Koalitionsbeschlüsse war gestern deutlich auf dem Börsenparkett spürbar. In einem sonst eher schwachen Marktumfeld konnten Solartitel ordentlich zulegen - allen voran Solarworld und Q-Cells. Beide Werte konnten aufgrund der allgemeinen Börsenstimmung zwar nur kleine Gewinne einfahren, aber angesichts der angeschlagenen technischen und psychologischen Lage beider Titel ist das schon ein kleines Ausrufezeichen.
Auch die Aktie von Windanlagenbauer Nordex war auf der Gewinnerseite anzutreffen. Dass Nordex-Papiere zwischenzeitlich sogar mit einem Plus von mehr als vier Prozent die Gewinnerliste im TecDAX anführte, lag nicht allein an der Nachricht, dass Nordex aufgrund eines Auftrages erneut Windkraftanlagen in die Türkei liefern kann. Es machten sich Gerüchte breit, Großaktionärin Susanne Klatten wolle ihren Anteil an Nordex von derzeit knapp 22 Prozent weiter aufstocken. Offizielle Bestätigungen gab es zwar keine, aber für ein kleines Kursfeuerwerk reichte es allemal.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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