Deutsche Solarfirmen stark: Q-Cells zurück in den schwarzen Zahlen
Cindy Bach in Insider Daily
vom 20. August 2010, 14:30 Uhr
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über der Solarbranche scheint hierzulande aktuell die Sonne. Der deutsche Markt für die Energiegewinnung aus Sonnenlicht hat im ersten Halbjahr eine besonders starke Nachfrage erlebt, vor allem auch aufgrund der Kürzungen von Einspeisevergütungen ab Anfang Juli. Doch auch im Gesamtjahr 2010 dürfte Deutschland der wichtigste Solarmarkt bleiben.
"Deutsche Solarfirmen verdienen wieder gut", so lautet der Tenor der Marktexperten und die Zahlen einiger namhafter Konzerne dieser Branche zeigen, dass das durchaus der Wahrheit entspricht. Der Solarhersteller Q-Cells aus Sachsen-Anhalt zum Beispiel erzielte im zweiten Quartal erstmals seit dem verlustreichen Krisenjahr 2009 wieder einen operativen Gewinn. Vor Zinsen und Steuern erwirtschaftete der größte Solarzellenhersteller der Welt 27,1 Mio. Euro nach einem Verlust von 65,5 Mio. Euro vor einem Jahr.
Auch unter dem Strich blieb Q-Cells in den schwarzen Zahlen. Aus einem Verlust von 300 Mio. Euro machte man hier ein Plus von 35,2 Mio. Euro. Der Umsatz wurde dank gestiegener Produktion auf 333,5 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Ganz klar: Q-Cells hat ein hartes Restrukturierungsprogramm hinter sich - musste massiv Kosten sparen inklusive Stellenstreichung. Auch in Sachen Produktpolitik wurde einiges getan. Der bisher zu den führenden Solarzellenherstellern gehörende Konzern will sich zum Photovoltaik-Komplettanbieter wandeln. Das erweiterte Geschäftsmodell, bei dem die ertragreicheren Bereiche der Wertschöpfungskette von der Solarzelle bis zum Modul abgedeckt werden, soll Q-Cells fit für die Zukunft machen.
Deshalb freut es umso mehr, dass Vorstandschef Nedim Cen sich auch für das zweite Halbjahr 2010 optimistisch zeigt. "Wir erwarten einen stabilen Markt mit stabilen Preisen", verkündete er bei Bekanntgabe der Zahlen. In Zahlen ausgedrückt klingt das so: Das neue Umsatzziel für 2010 lautet: 1,1 Mrd. bis 1,3 Mrd. Euro statt der bislang erwarteten 1,0 Mrd. bis 1,2 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte Q-Cells 0,8 Mrd. Euro erwirtschaftet.
Doch die Aufwärtsbewegung an den Börsen ist bislang an vielen Solarwerten nichtsdestotrotz scheinbar spurlos vorüber gegangen. Und das trifft insbesondere für Q-Cells zu. Die Aktie fiel Anfang Juni 2010 sogar nochmals auf ein neues Allzeittief. Aber die Chancen stehen aktuell durchaus gut, dass dies bald anders sein könnte. Das sagen auch die Experten vom Frankfurter Börsenbrief.
Eine spekulative Chance
In ihrer aktuellen Empfehlung ist zu lesen: "Der Solarzellenhersteller war im vergangenen Jahr heftig unter die Räder gekommen und hat tiefrote Zahlen geschrieben. Das Schlimmste scheint aber jetzt ausgestanden zu sein, denn am Donnerstag konnte man vermelden, dass man erstmals seit über einem Jahr wieder Geld verdient hat. Der Umsatz hat sich im 2. Quartal auf 333,5 Mio. Euro mehr als verdoppelt, während unterm Strich ein Gewinn in Höhe von 35,2 Mio. Euro verbucht werden konnte. Das war deutlich besser als erwartet, hatten die Analysten doch im Schnitt mit einem Quartalsverlust von 1,9 Mio. € gerechnet. Rrisikobereite Anleger können nun per Stop-Buy-Limit versuchen, auf die Erholungsrally aufzuspringen."
Die Q-Cells Aktie verliert heute erneut auf 5,63 Euro. Ein Kurs zu dem man durchaus ein spekulatives Stell-Dich-Ein wagen könnte, um bei einer möglichen Erholungsrally ab Herbst dabei zu sein.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach
P.S.: Ab kommender Woche bin ich für zwei Wochen im Urlaub. In dieser Zeit wird Sie meine geschätzte Kollegin Katja Kram wie gewohnt mit interessanten News und Storys rund um das Börsengeschehen versorgen. Von mir „hören" Sie wieder ab 6. September. Ich wünsche Ihnen allen bis dahin eine gute Zeit.
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