Deutsche Produktion und Autoabsatz rückläufig
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 08. Juli 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministerium ist die Produktion im produzierenden Gewerbe im Zeitraum zwischen April und Mai um 0,7 % gesunken. Aufgrund der Schwankungsfreudigkeit des Wertes wird hier gerne der Zweimonatsvergleich herangezogen. Im Zweimonatsvergleich April-Mai zu Februar-März kam es zu einem Rückgang von 1,7 %.
Aber auch die Automobilindustrie zeigt sich skeptisch. So sind die Exporte um 18 % gesunken und die Produktion von PKWs sank um 19 %. Auch die Zahl der Neuzulassungen ging um um 5 % zum Vorjahr zurück. Zwar begründet sich dieser deutliche Rückgang bei der Produktion mit den Streiks in Ostdeutschland, aber auch die anderen Branchen enttäuschen.
Diese Zahlen im Zusammenhang mit den um 2,2 % gesunkenen Auftragseingängen sind im Prinzip nur die Bestätigung, dass es im zweiten Halbjahr zu keiner konjunkturellen Erholung kommen wird. Auch bestätigen sie die schlechten Prognosen der Wirtschaftsinstitute für das Gesamtjahr.
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Diese Rallye startete im Grund unter der "Vorraussetzung" einer Erholung im zweiten Halbjahr. Diese wird nicht kommen. Aber selbst für das erste Halbjahr 2004 verdüstern sich mit diesen schlechten Zahlen die Erwartungen. Die Rallye im Dax nimmt also etwas vorweg, was anscheinend nicht eintritt. Natürlich hängt auch der Dax am Tropf der amerikanischen Leitbörsen. Ob die konjunkturelle Erholung in den USA im zweiten Halbjahr die Erwartungen der Anleger erfüllen wird, ist mehr als fraglich.