Deutsche Importe von strategischen Metallen: +67%!
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Strategische Metalle
vom 13. Januar 2012, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Gerade in einer Aufstellung entdeckt:
Im Jahr 1965 verdienten die Vorstandsvorsitzenden (genauer gesagt: CEOs) in den USA pro Jahr das 24fache des Gehaltes eines durchschnittlichen Arbeiters.
In den nächsten 25 Jahren stieg dieses Verhältnis auf das 70fache.
Dann explodierte es, und im Jahr 2000 verdiente der durchschnittliche US-Vorstandsvorsitzende das 299fache des Gehaltes eines durchschnittlichen Arbeiters.
Heute liegt das Verhältnis noch höher, bei 325.
Vaupel findet: Da läuft etwas gewaltig schief.
*** Ich möchte Sie ja nicht mit dem Thema "strategische Metalle" nerven...
...aber kein Mitglied der Trader´s Daily-Gemeinde soll Ende 2012 sagen können, ich hätte sie/ihn nicht darauf hingewiesen...
Die Zeichen sind an der Wand. Deren Preise sollten 2012 sehr, sehr deutlich steigen.
Dafür dürfte bereits die regelrecht explodierende Nachfrage (Zukunftstechnologien!) sorgen. Konkrete Zahlen dazu liefern seriöse Berechnungen. Wie zum Beispiel von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.
Die vermeldet, dass die deutschen Rohstoff-Importe im letzten Jahr deutlich gestiegen sind. Größtes Plus: Bei den von mir zuletzt favorisierten strategischen Metallen (fast 67% Plus!).
Gegenhalten könne Deutschland im Grunde nur durch verstärktes Recycling von Schrott und Elektromüll. Diese Quelle sei aber nicht zu unterschätzen, es gibt dafür den neuen Begriff „Urban Mining" - die Müllhalden könnten sozusagen zu Minen für strategische Metalle werden.
Die entsprechenden Importe dürften also weiter steigen - und auch bei einer Preisvervielfachung dürfte bei einigen Metallen ohne großes Murren weiter gezahlt werden. Denn bezogen auf den Gesamtpreis der Produkte macht der Anteil der strategischen Metalle oft eben nur einen geringen Prozentsatz aus.
Konkret: Wenn bei einem Produkt der Einsatz strategischer Metalle einen Kostenanteil von 2% hat, dann verteuert eine Verdoppelung der Kosten für diese "nur" eine Preissteigerung des Gesamtproduktes von 2%.
Gerade diese Konstellation ermöglicht massive Preissteigerungen bei besagten strategischen Metallen, ohne dass es zu schnellen Anpassungen der Nachfrage kommt.
Mit herzlichem Gruß und überstehen Sie diesen Freitag den 13. gut!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily