Deutsche Bundesbahn vermeldet Diebstähle von Kupferkabeln
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 1. Juli 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Bei der Deutschen Bundesbahn nimmt die Zahl der Kupferdiebstähle zu. Da geht es um unsere Sicherheit, wenn z.B. Signalkabel gestohlen werden.
Ein Kollege berichtet, dass es in England ähnlich aussieht. Bereits vor einigen Jahren ging es los....mit einer Welle von Kanaldeckeldiebstählen in Gloucester und Aberdeen. Dieser Wahnsinn griff anschließend auf Ostlondon, Montreal, Chicago und Kuala Lumpur über. Sobald es dunkel wurde, wurden die Kanaldeckel angehoben und an örtliche Händler verkauft. Diese zerhackten sie und luden sie auf Container. Die Motive für diesen Diebstahl waren und sind finanzieller Natur.
Chinas wirtschaftliches Wachstum läuft davon und zwingt die Preise für Stahl und Altmetall dazu zu folgen. Die 130 Kanaldeckel, die in Aberdeen gestohlen wurden, sind einige Tausend Pfund wert. Das Metall wurde nach China verfrachtet und dort für die Herstellung von Waschmaschinen und dergleichen verwendet. Damals führte mir dieser Zwischenfall den wachsenden Einfluss Chinas auf unseren Lebensstil vor Augen.
Ortswechsel. Als ich 2008 in Sambia war (das Land hat große Kupferminen), wurde dort thematisiert, dass sich der Ärger der Opposition gegen die schnell wachsende chinesische Gemeinschaft in Sambia richtete. Peking hat sehr viel in dieses Land investiert und chinesische Unternehmen, von denen einige angegriffen wurden, werden beschuldigt, die Bevölkerung Sambias aus dem Geschäft zu treiben.
Genauso wie der Diebstahl von Kanaldeckeln ein Symptom für Chinas unersättlichen Appetit nach Rohmaterialien ist, könnte diese Episode als eine weitere Manifestation der gleichen Sache aufgefasst werden. Die Chinesen haben in der Vergangenheit einen Vorstoß bei der Sicherung von Einfluss in Afrika gemacht. In den 1950ern hat Zhou Enlai die linken Regierungen unterstützt, Hilfe angeboten und großzügig Projekte in der Infrastruktur finanziert. Aber diese Strategie war nicht besonders erfolgreich. Das maoistische China war nicht wohlhabend genug, China als eine führende Kraft etablieren zu können. Und gleichzeitig kam auch der Export revolutionärer Vorstellungen bei den afrikanischen Führern nicht gut an. Doch jetzt macht China, anstelle von Ideologie, eher vom Handel Gebrauch... mit ganz beeindruckenden Ergebnissen.
Chinas Drängen nach halsbrecherischem Wirtschaftswachstum hat einen unstillbaren Durst nach Rohmaterialien zu Folge, darunter Kupfer, Coltan, Baumwolle, Platin, Holz, Eisenerz und am wichtigsten - Öl. In diesem Jahr hat Angola Saudi Arabien als Chinas wichtigster Rohöllieferant abgelöst. China erfasst die strategische Bedeutung der Ölvorräte für die eigenen Entwicklungspläne genau. Die China National Offshore Oil Company hat Milliarden in nigerianische Ölfelder investiert. China zeigte ein ähnliches Interesse an anderen Ölproduzenten wie z.B. dem Sudan, Äquatorialguinea, Gabun und der Republik Kongo, die schon heute ein Drittel des Outputs an chinesische Raffinerien verkauft.
Zurück zur Deutschen Bundesbahn. Und an die Diebe gerichtet: Das ist kein Kavaliersdelikt, denn es können Menschenleben gefährdet werden. Es gibt doch auch einfachere Wege, von steigenden Rohstoff-Preisen zu profitieren....
...kaufen Sie einfach ein paar entsprechende Zertifikate. Empfehlungen ohne Werbung gibt es kostenpflichtig zum Beispiel hier.
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Paul Rengier (01.07. 2011 12:14 Uhr):
Ich muss schon grinsen, dass Herr Vaupel Kupferdiebe unter seinen Leser wähnt...
Antworten - Kommentar von Jürgen Rosenthal (01.07. 2011 15:03 Uhr):
Lieber Herr Vaupel, von Ihnen hätte ich erwartet, dass Sie das Unternehmen Bahn richtig bezeichnen und zwar als Deutsche Bahn AG. Es gibt auch keine Reichsbahn mehr und die Wehrmacht heisst heute Bundeswehr! Freundliche Grüße & schönes Wochenende G.-J. R.
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