Deutsche Bürokratie behindert Käufer von Silbermünzen
Martin Stephan (Chefredakteur "Wahrer Wohlstand") in Investoren Wissen zum Thema Investieren in Silber
vom 27. April 2009, 16:00 Uhr
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Deutsche Bürokratie behindert Käufer von Silbermünzen
Wie Sie dennoch Ihre Depotgewichtung erhöhen können
Liebe Leser,
In jüngster Zeit werde ich immer häufiger gefragt, wie denn der einzelne Anleger tatsächlich den gewünschten Teil seines Vermögens in krisensicheren 10-Euro-Münzen anlegen soll. Das Problem sei doch, dass die Ware im Markt einfach nicht verfügbar sei.
Stimmt, kaum eine Bank hält die Münzen vorrätig, an eine echte Nachfrage aus der Bevölkerung wird offenbar nicht gedacht. Zwar gibt die Geschichte den Bankhäusern Recht, denn über viele Jahre waren die 10-Euro-Sondermünzen oder die DM-Vorläufer der Bundesrepublik Ladenhüter. Es kam häufig nach der Ausgabe zu vielen Rückläufern, die angeblich wieder eingeschmolzen wurden.
Doch dieses Bild hat sich inzwischen gewandelt, denn die Nachfrage ist da – und nie war sie größer als jetzt. Doch trotz fünf bis sechs neuen jährlichen Ausgaben, immer unter „Vertriebsleitung“ der Bundesbank, kommen diese Münzen kaum in größeren Mengen bei den Banken an, sie sind folglich auch nicht durch die nachfragende Kundschaft zu erwerben.Das ergibt sich sowohl aus vielen Zuschriften, als auch aus meine Recherchen.
Ein echter Vertrieb der Silbermünzen findet nicht statt
Es ist eigentlich kaum zu glauben: Die deutsche Bürokratie – ganz gleich, ob subalterne Chargen der Bundesbanker oder ahnungslose Beamte im Finanzministerium – hat offenbar kein Interesse an einem „Verkauf“ der inzwischen wieder sehr begehrten Ware. Der Weg bis zum Ziel, tatsächlich an diese Münzen zu gelangen, erinnert an Zustände in der ehemaligen DDR. Vermutlich wiehert der Amtsschimmel angesichts der lächerlichen Zuteilungsregeln der Münzvergabe heute ebenso laut wie schon vor 30 Jahren zwischen Rügen und dem Erzgebirge bei der Einreichung eines Ausreiseantrags.
Lächerliche Vergabepraxis wie zu DDR-Zeiten
Folgende Details kann ich Ihnen mitteilen: Es ist nicht möglich, sich vorab zu registrieren oder vorzubestellen, um Silbergedenkmünzen
zu erhalten – weder bei einer Geschäftsbank noch bei der Bundesbank. Wer Münzen erhalten möchte, muss sich am Ausgabetag zu
einer der Filialen der Deutschen Bundesbank aufmachen und Schlange stehen. Wenn er an der Reihe ist, kann er bis zu einer Rolle (25 Münzen) mitnehmen, Barzahlung vorausgesetzt. Eine Identitätskontrolle erfolgt nicht, auch werden keine Daten der Käufer erfasst. Theoretisch kann sich der Silber-Fan also hinten wieder in der Reihe anstellen und mit Glück während der Öffnungszeiten bankwerktäglich zwischen 8:15 und 13:00 Uhr weitere Rollen ergattern. In der Praxis bilden sich allerdings wohl schon weit vor Öffnung der Kasse lange Schlangen an Kaufwilligen, so dass diese Variante doch extrem zeitaufwändig ist. Ein weiteres Problem sind die über die Republik sehr unregelmäßig verteilten Filialen der Bundesbank. So gibt es in ganz Brandenburg genauso viele Bezugsstellen wie in
Berlin: nämlich eine – in Cottbus. Nordrhein-Westfalen hingegen ist reich gesegnet mit entsprechenden Einrichtungen und kommt auf immerhin neun. Details zu den Abgabestellen finden Sie im Internet: http://www.bundesbank.de/hv/hv_filialen.php.
Die Bundesregierung besitzt die Münzhoheit...
Da die Bundesregierung die Hoheit über sämtliche Münzen besitzt, folglich auch die Gewinne einsteckt, ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen, warum der Silber-Gedenkmünzenmarkt in Deutschland so stiefmütterlich behandelt wird. Denn an keiner anderen Münze verdient der Staat so viel wie an den Silbertalern. Pro 10-Euro-Münze müssen derzeit nur etwa 4,50 Euro Silber (18 Gramm, bewertet
zum Tagespreis) aufgewendet und in der Qualität 925/1000 geprägt werden. Damit dürften die Herstellungskosten pro Exemplar derzeit bei etwa 5 Euro liegen. Verkauft werden diese Münzen aber zum Nennwert von 10 Euro. Das Finanzministerium macht folglich pro ausgegebener Münze einen Gewinn von etwa 100% – und zwar ohne Tumulte bei den Bürgern auszulösen. Im Gegenteil: Die würden
gerne deutlich mehr der Silberlinge beziehen, also die Staatskassen noch stärker füllen – nur man lässt sie nicht, da man den Absatz unnötig erschwert.
... und ignoriert wieder einmal den Willen des Volkes
Im Prinzip könnte eine Win-Win-Situation vorherrschen: Der Bund profitiert reichlich von der Emission, und die Bürger sind bereit, größere Mengen anzukaufen. Natürlich führt eine übermäßige Emissionswelle an gesetzlichen Zahlungsmitteln – und genau das stellen
diese Hybride dar – in der Theorie zu Anpassungen beim Druck von Euro-Scheinen durch die Bundesbank. Doch das erscheint nebensächlich. Fakt ist, dass Deutschlands Regierungen zum wiederholten Male den Wünschen der Bevölkerung nicht gerecht werden – noch nicht einmal dann, wenn sich dadurch die Staatseinnahmen erhöhen würden. Ob Absicht oder Unfähigkeit der Bürokraten spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Besorgen Sie sich dennoch diese Münzen und tauschen Sie 10 Euro Papier gegen immerhin 4,50 Euro in Silber. Die Münzen werden schon bald einen höheren Europreis erreichen und den Euro sowie andere Währungen überdauern.
Mit besten Grüßen, Ihr
Martin Stephan
ANMERKUNG DER REDAKTION:
Martin Stephan ist Chefredakteur des Börsendiensts "Wahrer Wohlstand", der sich durch seine sichere Anlagestrategie und schonungslos offene und ehrliche Berichterstattung auszeichnet. Die Empfehlungen von "Wahrer Wohlstand" decken ein breites Spektrum krisensicherer als auch spekulativerer Investments ab. Darüber hinaus bietet Herr Stephan immer wieder auch Absicherungsstrategien und -investments zur Sicherung des eigenen Vermögens in der Krise an. Mehr zu "Wahrer Wohlstand" erfahren Sie hier...