Deutsche Bank: weniger Steuern führen zu gutem Ergebnis
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 30. Oktober 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Die Deutsche Bank (ISIN DE0005140008) hat im dritten Quartal nach Steuern 576 Mio. Euro verdient. Begründet wurde das gute Ergebnis mit einer niedrigeren Steuerlast und einer geringeren Risikovorsorge für faule Kredite. Die Risikovorsorge wurde von 753 Mio. Euro auf nur noch 174 Mio. Euro zurückgefahren. Analysten hatten lediglich mit 487 Mio. Euro gerechnet. Vor Steuern wurden die Prognosen der Analysten von ca. 800 Mio. Euro jedoch nicht erreicht, da sie von einem höheren Steueraufwand ausgegangen waren. Hier wurde ein Gewinn von 755 Mio. Euro erzielt. Das Handelsergebnis verbesserte sich zum Vorjahr von 904 Mio. Euro auf 940 Mio. Euro. Der Rekord-Wert von über 1,5 Mrd. Euro aus dem zweiten Quartal wurde jedoch nicht mehr erreicht. Das dritte Quartal gilt in der Bankenbranche traditionell als schwaches Quartal.
Der Zinsüberschuss verbesserte sich zum Vorquartal auf 1,6 Mrd. Euro und der Provisionsüberschuss auf 2,3 Mrd. Euro.
Die Verwaltungsaufwendungen sanken auf 4,2 Mrd. Euro nach 4,8 Mrd. Euro zuvor. Bei der für die Refinanzierung wichtigen Kernkapitalquote liegt die Bank mit 9,5 % per Ende September über ihrem Zielkorridor von 8–9 %.
Vorstandschef Josef Ackermann erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2003 ein für die Aktionäre sehr zufriedenstellendes Ergebnis.
Ich würde das Ergebnis mit "positiv ausreichend" aber nicht umwerfend bewerten. Die Aktie der Deutsche Bank hält sich seit Juni in einer Range zwischen 52 und 60 Euro auf. Nach diesen Zahlen gehe ich eigentlich nicht davon aus, dass die Deutsche Bank die 60 Euro überwinden kann. Ein nachhaltiger Bruch würde jedoch ein Kursziel von 68 Euro aktivieren. Aktuell kein Kauf.