Deutsche Bank nach dem erneuten Kursrutsch: Sind das jetzt Kaufkurse?
Cindy Bach in Insider Daily
vom 10. Januar 2012, 14:30 Uhr
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stützt man seine Anlage-Strategie auf die Börsenregel "Wie die erste Woche, so das Jahr", müsste Anlegern ein glänzendes Börsenjahr 2012 bevorstehen. Am Ende der ersten Handelswoche stand ein ordentliches Plus auf der Kurstafel des DAX. Der deutsche Leitindex konnte bei insgesamt freundlicher Marktlage die Marke von 6.000 Punkten zurückerobern, kurzzeitig wurde sogar mal die Marke von 6.200 Punkten anvisiert. Sehr erfreulich.
Gänzlich gegen den Trend entwickelten sich jedoch die Bankenwerte. Nehmen wir beispielsweise die Aktie der Deutschen Bank. Konnte sich der Kurs des Branchenprimus bis zum Jahresende leicht erholen und den Widerstand bei 30 Euro übersprungen werden, ging es bereits am 3. Januar wieder spürbar in die entgegengesetzte Richtung: Von 30,74 Euro fiel das Papier bis auf 26,40 Euro gestern im späten Handel.
Grund für den Kursrutsch waren neue Aufregungen bezüglich der schwierigen Kapitalerhöhung der Unicredit. Die italienische Großbank hatte versucht, 7,5 Mrd. Euro durch die Ausgabe neuer Aktien einzunehmen und hatte dabei enorme Zugeständnisse an die Anleger machen müssen. Die Aktie von Unicredit war daraufhin bereits am vergangenen Mittwoch um 14,5% eingebrochen, am Donnerstag wurde der Handel mit dem Papier sogar ausgesetzt, um einen noch tieferen Sturz zu vermeiden. Das versetzte die gesamte Bankenbranche Europas in Aufruhr. Schnell wurden Spekulationen laut, auch die Deutsche Bank brauche aufgrund der neuen, höheren Kapitalanforderungen in Europa frisches Geld. Bis Mitte des Jahres müssen die Banken ihr hartes Eigenkapital erhöhen. Insgesamt müssen sie sich dafür laut der Europäischen Bankenaufsicht EBA rund 114 Mrd. Euro besorgen, etwa durch einbehaltene Gewinne oder durch Kapitalerhöhungen.
Doch wir wollen die Kirche mal im Dorf lassen: Die Deutsche Bank hat in jüngster Vergangenheit immer wieder betont, dass man die verschärften Kapitalanforderungen auch ohne Kapitalerhöhungen wird stemmen können. Laut den Vorgaben der EBA wird die Deutsche Bank für rund 3,2 Mrd. Euro. Zudem ist die Deutsche Bank mit Nachdruck daran, ihre kriselnde Asset-Management-Sparte zu veräußern. Laut "Handelsblatt" ist das Interesse groß. Bis Mitte vergangener Woche hätten 50 potenzielle Käufer ein erstes unverbindliches Angebot abgegeben. "Dazu gehören Vermögensverwalter wie Blackrock und JP Morgan Asset Management, laut Finanzkreisen aber auch Depotbanken wie die Bank of New York Mellon und State Street sowie Finanzinvestoren. Die Zahl der Interessenten, die in die zweite Bieterrunde kommen, dürfte maximal zehn sein, heißt es. Eine Entscheidung wird für Mitte Januar erwartet", so der Bericht.
Analysten sind voll des Lobes - Barclays bestätigt Kaufempfehlung
Die Analystenschar ist von den Bestrebungen der Deutschen Bank angetan. Laut Barclays Capital stelle sich die Deutsche Bank den Herausforderungen hinsichtlich der Kapitalausstattung. Dies zeigten der angestrebte Verkauf großer Teile des Vermögensverwaltungsgeschäfts sowie die im Schlussquartal 2011 beschleunigte Bilanzverkürzung. Der Finanzkonzern habe eine Reihe von Möglichkeiten, um die Basel-III-Kernkapitalquote bis 2013 auf 10% zu heben, und zwar ohne Kapitalerhöhung oder größere Gewinnbelastungen. Neben den bereits eingeleiteten Maßnahmen verwies Barclays-Analyst Jeremy Sigee unter anderem auf eine Dividendenstreichung, einen Verkauf der BHF Bank und eine Senkung der risikogewichteten Aktiva im Randgeschäft der Postbank. Er bestätigte aus diesem Grund die Aktie der Deutschen Bank mit "Overweight" und sprach sich für ein Kursziel von 36,00 Euro aus.
Für mich bleibt ein absolutes Argument für ein gutes Börsenjahr der Deutschen Bank die fundamentale Stärke, welche die aktuell sehr günstige Bewertung untermauert. Mit dem Verkauf der Vermögensmanagement-Sparte wird sich diese sogar noch deutlich verbessern. Spätestens mit Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen Anfang Februar könnte es für die Aktie deutlich bergauf gehen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Mohmand (11.01. 2012 10:29 Uhr):
Hallo Frau Bach, mit der Bauernregel der Börse, " wie die erste Woche, so das Jahr", werden Sie in diesem Jahr keinen Blumentopf an der Börse gewinnen.Denn ich erwarte für Dax einen Tiefstand von 3250 Pkt..Ich habe eine neue Methode erfunden, mit der ich das Auf-/Abwärtspotential der Indices und Aktien mit einer Genauigkeit von über 90% prognostizieren kann.Dieses Jahr sieht leider deshalb nicht gut aus. Mit freundlichen Grüssen. Mohmand
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