Jochen Steffens in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom
Die Deutsche Bank (WKN 514000) hat heute als einziger Bieter bei einer Auktion das Springer Paket von Kirch für 667,3 Mio € ersteigert. Das Aktienpaket diente zuvor der deutschen Bank als Sicherheit für einen Kredit des Medienunternehmens Kirch in Höhe von 735 Mio. Kirch hatte diesen Kredit nicht zurückzahlen können. Nachdem das Landgericht München einem Antrag auf Fristverlängerung nicht stattgegeben hatte, war das Paket nun an die deutsche Bank gefallen, die daraufhin diese Versteigerung angesetzt hatte. In Ermanglung weiterer Bieter, hatte die deutsche Bank dann das Paket selbst ersteigert. Der Grund für diese Auktion ist, dass die deutsche Bank Zwangsversteigerungen oder langwierigen Rechtsstreitereien mit anderen Kirchgläubigern aus dem Weg gehen wollte. Das Paket kann nun schnell weiterveräußert werden. Die Verhandlungen mit dem Schweizer Medienkonzern Ringier dauern immer noch an, gestalten sich aber zur Zeit schwierig. Auch der WAZ Konzern hatte Interesse angezeigt, war aber am Widerstand des Springerverlags gescheitert.
10 % des 40 % Anteils sollen nun an die Verlegerwitwe Friede Springer weiterverkauft werden, konkrete Gespräche diesbezüglich seien in Gange.
Obwohl für die deutsche Bank erst einmal keine neuen finanziellen Belastungen durch diese Auktion entstehen, fiel der Kurs der Aktie heute im Tief um fast 7 % auf 36,98 €. Eigentlich unbegründet, aber Händler zeigten sich wohl besorgt, ob die deutsche Bank den Anteil für die 667,3 Mio Euro verkaufen kann. Zudem hatte die West LB ihr Kursziel für die deutsche Bank deutlich zurückgenommen. Erschwerend dürfte aber auch weiterhin die Angst vor einer Gewinnwarnung der deutschen Bank gewirkt haben. Am 31. Oktober wird die Deutsche Bank über das dritte Quartal und das laufende Geschäftsjahr berichten.
Dagegen konnten die Versicherer zulegen. Diese Abspaltung hatte ich, wie Sie wissen, eigentlich schon etwas früher erwartet. Nun scheinen aber endlich die erwarteten Umschichtungen vom Bankensektor in den Versicherungssektor stattzufinden. Während der Bankensektor immer deutlichere Kursverluste hinnehmen muss, scheint der Versicherungssektor auf diesem Niveau vielen unterbewertet.
Sollte der Kurs der Deutschen Bank bis Ende Oktober weiter fallen, es zu keiner katastrophalen Gewinnwarnung kommen, und damit ist nicht zu rechnen, könnte man auch wieder in die Deutsche Bank kurzfristig einsteigen. Ich werde sie rechtzeitig darauf aufmerksam machen.
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