Deutsche Bank: Das Kerngeschäft schwächelt
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 30. Juli 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Die Deutschen Bank enttäuschte heute die Anleger. Gerade im Kerngeschäft, dem Investmentbanking, wurden enttäuschende Zahlen gemeldet. Hintergrund ist ein schwächeres Marktumfeld.
Nach Steuern verdiente die Deutsche Bank im zweiten Quartal 656 Mio. Euro, nach 941 Mio. im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt ein Ergebnis von 777 Mio. Euro erwartet.
Die Eigenkapitalrendite vor Steuern fiel im zweiten Quartal auf 18 % nach 22 % im Vorquartal. Hier prognostiziert die Deutsche Bank bis Ende 2005 allerdings einen Anstieg auf 25 %. Im Eigenhandel verdiente die Bank 1,416 Mrd. Euro. Damit wurden die Erwartungen der Analysten von 1,576 Mrd. Euro deutlich verfehlt. Im Vorquartal wurden mehr als 2 Mrd. verdient.
Im Geschäftsbereich Corporate and Investment Bank (Investmentbanking) verdiente die Deutsche Bank vor Steuern 769 Mio. Euro nach 1,165 Mrd. Euro im ersten Quartal. Das Privatkundengeschäft und die Vermögensverwaltung (PCAM) kam vor Steuern auf 355 Mio. Euro, nach 410 Mio. Euro. Beim Filialgeschäft ging der Gewinn auf 219 nach 255 Mio. Euro.
Die Deutsche Bank erzielte einen Provisionsüberschuss von 2,368 Mrd. Euro, nach 2,403 Mrd. Euro zuvor. Nur das von Dividendeneinnahmen begünstigte Zinsergebnis von 1,459 Mrd. Euro den konnte den Vorquartalswert von 1,394 Mrd. Euro übertreffen.
Die Verwaltungsaufwendungen sanken auf 4,079 Mrd. Euro nach 4,470 Mrd. Euro zuvor. Die Risikovorsorge belief sich auf 83 Mio. Euro und war damit um 75 % niedriger als im zweiten Quartal 2003
Damit liegen die Zahlen der Deutschen Bank deutlich unter den Markterwartungen und enttäuschten die Anleger. Nachdem der Kurs der Deutschen Bank bereits in den letzten Wochen einen deutlichen Rückgang erlebt haben, kam es auch heute zu einem weiteren Abverkauf. Die Deutsche Bank verliert 3,3 % auf 57,19 Euro.