Deutsche Autobauer nach großem Japan-Beben im Check
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 15. März 2011, 14:30 Uhr
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Trotz der großen Absatzerfolge der großen deutschen Autobauer befinden sich die Aktien von BMW, Daimler und VW seit Jahresanfang auf dem "absteigenden Ast". Es wurde bei den Börsengewinnern 2010 schlicht und ergreifend Kasse gemacht. Nun kommen auch noch geopolitische Belastungsfaktoren hinzu, die auf die Kurse drücken.
Heute gab es nach erneuten Explosionen im japanischen Atommeiler Fukushima einen historischen Kurseinbruch an Japans Börse, der Nikkei 225 sackte teilweise um 15% ein. Das lässt auch den deutschen Aktienmarkt nicht kalt. Für den DAX ging es in Frankfurt zeitweise um satte 7% nach unten, bis zum Mittag konnte das Minus auf 4% reduziert werden. Doch die Stimmung ist dennoch alles andere als gut. Vor allem Automobilwerte gehören heute zu den großen Verlierern im deutschen Leitindex. Volkswagen-Papiere notieren noch immer knapp 5% im Minus. Daimler-Aktien hatten im frühen Handel um 7% nachgegeben, konnten sich aber bis zum Mittag auf ein Minus von 3,4% "hocharbeiten". "Daimler & Co. verkaufen in Japan vor allem Fahrzeuge der Luxusklasse in der Größenordnung von einigen zehntausend Stück", schreibt die Süddeutsche Zeitung. Nun wird befürchtet, dass für die deutschen Autobauer dieser wichtige Absatzmarkt weg bricht.
Wie Sie damit umgehen sollten, lesen Sie in einer Analyse von Florian Westermann von Der Aktionär.
"Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan ist der Nikkei-Index gestern um über 6% eingebrochen. Unter anderem hat der Autobauer Toyota angekündigt, die Produktion bis mindestens Mittwoch zu stoppen. Im DAX standen die Aktien der Kontrahenten BMW, Daimler und VW deutlich unter Druck. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind noch nicht absehbar. Klar ist: Japan spielt als drittgrößte Wirtschaftsmacht hinter den USA und China eine entscheidende Rolle. Einige Experten befürchten bereits eine neue Rezession in Japan.
Lichtblicke
Aber es gibt auch positive Nachrichten. So hat die Wolfsburger Allgemeine am Freitag berichtet, dass an Büros und Gebäuden des Wolfsburger Autobauers VW in Japan keine Schäden entstanden sind. Auch seien alle Mitarbeiter nach bisherigen Informationen unversehrt. Der Konzern beschäftigt in Japan rund 600 Mitarbeiter. Daneben steht insbesondere BMW im Blick. Wie BMW-Einkaufsvorstand Herbert Diess der Fachzeitschrift Automotive News Europe sagte, hat der Konzern das im Rahmen der Zukunftsstrategie aufgelegte Materialkostenprogramm mehr als ein Jahr früher als ursprünglich geplant beendet. Demnach hätten die Münchner seit 2007 bis jetzt insgesamt über 4 Mrd. Euro eingespart.
Unter Druck
Seit Wochen schon steht der Auto-Sektor unter Druck. Zuletzt haben die Unruhen in der arabischen Welt und die damit anziehenden Ölpreisnotierungen für Unsicherheit gesorgt. Nun steht insbesondere die Katastrophe in Japan im Blick. Die mittel- und langfristigen Aussichten bleiben aber positiv. Das Kursziel für die VW-Vorzugsaktie liegt daher unverändert bei 140 Euro. Ferner bestätigt DER AKTIONÄR die Kursziele für BMW und Daimler von 70 beziehungsweise 65 Euro. Angesichts der angeschlagenen charttechnischen Lage sollten Anleger die Stoppkurse beachten."
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