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Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom
Dem DAX wurde es gestern in der Höhe zu kalt. Nach einem ersten Aufstiegsversuch entschied er sich dann doch wieder für die Rückkehr ins Basislager. Entweder schafft er dort die Akklimatisierung für den weiteren Aufstieg oder er muss wieder ins Tal absteigen. Die gestrige Tageskerze ist eine potenzielle Wendekerze, die kurzfristigen Indikatoren haben bereits wieder nach unten gedreht. Noch im Laufe der Woche sollten zumindest kräftige Gewinnmitnahmen einsetzen. Ideal wäre zuvor noch ein knappes neues den-Letzten-beißen-die Hunde-Hoch". ABER: Das gilt für freie Märkte. Heute und morgen werden mit den Notenbanksitzungen auch größere Markteingriffe erwartet. Eine Reaktion auf Markteingriffe zu prognostizieren, kann ich mir eigentlich sparen. In dem Zusammenhang sind die Ermittlungen der EU gegen den EZB-Chef Draghi sicher nicht ganz unwesentlich (mehr dazu in einem späteren Beitrag).
Die 6800er Widerstandszone deckelt den DAX einstweilen. Hier dürfte nach dem 500-Punkte-Anstieg in nur wenigen Tagen eine Reaktion nach unten zu erwarten sein - noch in dieser Woche. Schlimmstenfalls sogar das finale Erholungshoch, denn die Indikatoren bestätigen den jüngsten Anstieg nicht mehr (kritisch wird es allerdings erst unterhalb von 6300). Falls der Index noch Puste übrig hat, ist in einem wenig wahrscheinlichen Szenario auch ein Durchmarsch an die langfristige Abwärtstrendlinie bei 7000 Punkten möglich, wo die skizzierte Abwärtsreaktion dann eintreten sollte. Politische Börsen wie die von letzter Woche hielten nie länger als ein paar Tage an. Und mit dem Ablauf dieser Woche dürfte nahezu das gesamte politische Pulver verschossen worden sein (Zinssenkungen, Rettungspakete, Krisengipfel, Notenbankinterventionen etc.), an dem es in den letzten Wochen ja offenbar keinen Mangel gab.
Auf der Unterseite sind Kurslücken bei 6700 und 6150 noch offen. Sie üben eine gewisse Anziehungskraft auf die Kure aus. Der Anstieg der letzten beiden Monate ist eine technische Reaktion auf die vorangegangenen Verluste vom Frühjahr. Die Zick-Zack-Erholung seit den Junitiefs zeugt von großer Nervosität. Sie findet gegen die Entwicklung der Fundamentaldaten und im intakten, langfristigen Abwärtstrend statt. Es dürfte sich demnach um eine Zwischenerholung vor neuen Tiefs handeln. Gleichzeitig sehen wir am US-Markt Insiderverkäufe auf Rekordniveau ebenso wie eine rekordverdächtige Euphorie unter den Börsenprofis, während die US-Privatanleger noch sehr verhalten reagieren. Defensive Aktien werden gegenüber Zyklikern bevorzugt, was untypisch für eine Rally wäre (aber typisch für eine Zwischenerholung).
Die saisonale Stärke bekommt in dieser Woche einen letzten Push", bevor die traditionell schwächste Zeit des Jahres für Aktien bis zum Herbst folgt. Handfeste Verkaufssignale entstehen beim DAX unterhalb von 6300 und insbesondere unterhalb von 6100 Punkten. Im Zweifel sind Kurse oberhalb dieser Marken bullisch einzustufen und größere Tagesrückgänge lediglich Warnsignale. Um 6800 Punkte befindet sich eine markante Widerstandszone.
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DAX im Tageschart
Nächste Widerstände: 6800, 7000, 7200, 7600, 8200 Punkte
Nächste Unterstützungen: 6200-6400, 5900, 5400, 5000, 4400, 3800 Punkte
Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits