Des Goldanlegers bester Freund
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 4. November 2010, 16:00 Uhr
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Ben Bernanke kann wohl zurecht des Goldanlegers bester Freund genannt werden. Kaum kommt Gold ein wenig von seinem Hochstand herunter, feuert der scheinbar durch nichts mehr zu bremsende Gelddrucker die Pressen wieder an.
"Was Gideon Gono kann, kann ich schon lange!" oder so ähnlich, muss es wohl durch seinen Kopf gegangen sein, als er seinen neuen Schritt auf dem Weg zur Simbabwesierung der USA (seinerseits mit wichtiger Akademikermiene als "QE2" verpackt) verkündete.
Warum spreche ich von Simbabwesierung? Offiziell wurde zwar die Zahl "600 Milliarden US-Dollar" verkündet, doch wurde im gleichen Atemzug seitens der FED ebenfalls angemerkt, dass man das Programm regelmäßig überwache und anpassen werde. Mit anderen Worten, wenn man Bernankes fanatische Gelddruckerei betrachtet, dürfte es recht wahrscheinlich sein, dass er über dieses Ziel locker hinaussschießen wird, ohne mit der Wimper zu zucken.
Die Antwort des Marktes auf diesen hochgefährlichen Wahnsinn fällt natürlich klar aus. Alleine heute ist der Goldpreis trotz der sonst üblichen 2%-Drückungssperre, die vom Goldkartell bei starken Anstiegen gerne eingezogen wird, aktuell bei über 3% im Plus. Auch Silber ist wieder strammen Schrittes nach oben unterwegs und liegt gar mit ca. 4.40 % vorne, während ich Ihnen dies schreibe.
Das lässt in diesem Fall sogar den Anstieg des Euros gegenüber dem USD (aktuell bei ca 0.8%) weit hinter sich.
Es wird sicher nicht ewig so weiter gehen können. Zwar reden die meisten Politiker sehr viel und bekunden salbungsvoll schwafelnd die besten Absichten, doch misst man sie an ihren Taten, bleibt unter dem Strich nicht viel außer leeres Geschwätz, Bailouts und Gelddruckerei sowie Frisierung der kritischen Daten (Arbeitslosenzahlen, Inflation, etc.).
Muss es erst wieder einen massenhaften Krisen-Run geben, bevor der gefährliche Unsinn aufhört? War nicht schon der letzte "Höhepunkt" der Krise kaum noch zu beherrschen?
Während der kontrollierte und von Politik und Notenbanken bewusst herbeigeführte Abriss der Geldwertstabilität und damit groß angelegte Diebstahl aus den Geldbeuteln der Massen also weiter läuft, häuft sich bereits wieder die Angst vor neuen Staatspleiten und die staatliche Gängelung der Bürger nimmt weiter zu. Wen wundert's eigentlich noch?
Was sagen die Aktienmärkte zur bisherigen Entwicklung?
Natürlich treiben solche Nachrichten auch den Aktienmarkt nach oben. Der S&P 500 liegt aktuell gut 1.5% im Plus, der Dow Jones etwa 1.8% und der DAX in etwa ebenfalls.
Charttechnisch ist damit der S&P 500 auf Tagesbasis gut überkauft und ein Rücksetzer mehr als angebracht:
Abb.: Tageschart S&P 500
Sowohl RSI als auch der Williams %R zeigen stark überkaufte Stände an. Dazu gesellt sich eine bärische Divergenz im MACD. Dinge wie diese lassen kurzfristige Rücksetzer aktuell nicht unwahrscheinlich erscheinen, sobald die Euphorie über den neuen monetären "Schuss" verflogen ist.
Auch der interne Markt zeigt sich nach wie vor überkauft, jedoch bisher stabil, wie etwa ein Blick auf den NYSE BP Index zeigt:
Abb.: Aktueller P&F-Chart des NYSE BP Index
Der Index verharrt nach wie vor in der roten Zone, zeigt bisher jedoch keine Schwächen.

