Derzeit geht wieder ein Gespenst um. Es heißt Double Dip. Damit ist ni
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 16. Juli 2010, 19:00 Uhr
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Derzeit geht wieder ein Gespenst um. Es heißt Double Dip. Damit ist nicht schwarz-gelbe Koalition in Berlin gemeint. Die wurde jetzt erst einmal in die Sommerpause geschickt und vorerst keinen weiteren Unfug oder Unheil anrichten.
Das droht diesmal von der Börsenseite, hat aber eine Menge mit Politik zu tun. Mit Double Dip ist der nochmalige Rückfall der Weltwirtschaft in eine Rezession gemeint. Ist das realistisch? Das bin ich auch beim letzten Interview mit dem Internet-Börsenradio gefragt. Ich halte eine erneute weltweite Rezession in diesem Jahr für nicht realistisch. Die USA werden sich wieder stabilisieren, auch das Wirtschaftswachstum wenig neue Jobs bringen wird. Impulse wird es auch aus den meisten Schwellenländern geben. Nur Europa dürfte wieder abgehängt werden.
Und das hat vor allem damit zu, dass die bekannten Rezepte der Politik offensichtlich nicht mehr ausreichen, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Das Problem verschärft sich gleich von zwei Seiten: Zum einen haben die Finanzmärkte immer weniger Vertrauen, ob die Schuldenkrise gemeistert werden kann (etliche Banken haben durch riskante Hypotheken- Spekulationen natürlich vorher schon eine Menge Vertrauen verspielt). Und fehlendes Vertrauen ist Gift für den Aktienmarkt.
Zum anderen sind die Finanzmärkte immer weniger bereit, die ausufernden Schuldenstaaten zu finanzieren. Das sehen Sie schon an den teilweise stark gestiegenen Risikoaufschlägen. Das Problem besteht eben auch darin: Sparen und gleichzeitig Warten auf Wachstum - das passt nicht immer zusammen. Wer zu viel spart, der kann das ohnehin schwache Wachstum auch schnell wieder abwürgen.
Das zum Beispiel die Griechen wieder zu Tausenden auf die Straße gehen, weil die Regierung Rente mit 58 Jahren abschaffen will, zeigt erneut, wie wenig Euro-fähig Griechenland eigentlich ist.
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