Einer der Gründe, die ich am Freitag als Indiz für eine Trendwende im Bund Future sah, war ein möglicher Trendwechsel in der Umlaufrendite. Werfen wir also einen genaueren Blick auf diese These.
Bund-Future
Einer der Gründe, die ich am Freitag als Indiz für eine Trendwende im Bund Future sah, war ein möglicher Trendwechsel in der Umlaufrendite. Werfen wir also einen genaueren Blick auf diese These.
nachdem gestern die Frage beantwortet wurde, ob es im Bund Future nun einen Trendbruch gab oder nicht, möchte ich heute noch ein wenig genauer auf die aktuelle Situation eingehen.
Der Chart, in dem ich am 19.
Trader´s Daily-Leser H. K. schrieb mir: "Seit einiger Zeit beobachte ich, dass der DAX fällt, wenn der Bund Future steigt und umgekehrt.
wenn wir uns, nach der Umlaufrendite gestern, heute über den Bund Future unterhalten, dann müssen wir zunächst einmal feststellen, dass es seit der letzten Analyse Mitte August einen Kontraktwechsel im Bund Future gab.
Einer der Gründe, die ich am Freitag als Indiz für eine Trendwende im Bund Future sah, war ein möglicher Trendwechsel in der
EUR/USD hat sein breites Seitwärtsband nach unten verlassen. Die Risiken in der Eurozone scheinen von Tag zu Tag zu zu nehmen und die Wetten auf einen griechischen Zahlungsverzug steigen.
Oh je - nun geht dem deutschen XXL-Aufschwung aber wirklich die Luft aus.
Der Bund-Future ist einer der am meisten gehandelten Produkte an der Deutschen Terminbörse Eurex. Er ist ein Renten-Future. D.h. der Basiswert, auf den sich der Future bezieht, ist eine Anleihe. Im konkreten Fall handelt es sich um eine Bundesanleihe. Der Käufer des Bund-Futures sichert sich mit dem Erwerb des Kontraktes die Lieferung der Bundesanleihe bei Fälligkeit des Futures. Der Verkäufer eines Bund-Futures muss hingegen am Fälligkeitstag die Bundesanleihe andienen.
Der Bund-Future bildet die Entwicklung des Zinsniveaus im 10-jährigen Laufzeitbereich ab – eine der wichtigsten Größen an den nationalen Rentenmärkten. Mit Hilfe des Bund-Futures spekulieren Marktteilnehmer auf erwartete Zinsentwicklungen. Renditen von Anleihen und deren Kurse entwickeln sich gegenläufig. Steigt das Zinsniveau, sinkt die Anleihe im Kurs. Der Grund: Die Anleihe besitzt einen festen Zinssatz, auch Kupon genannt. Der Zinsnachteil dieser Anleihe im Vergleich zum aktuellen Zinsniveau kompensiert sich durch einen sinkenden Kurs. Ein Anleihenkäufer erhält durch den geringen Kaufkurs trotz niedrigen Kupons das aktuelle Renditeniveau des Marktes.
Rechnen Investoren mit einem sinkenden Marktzinsniveau, profitieren sie durch den Kauf des Bund-Futures davon. Dieser steigt im Kurs, sofern die Erwartungen des Zinsrückgangs zutreffend sind. Mit der Gegenposition, dem Bund-Future-Short bzw. dem Verkauf des Bund-Futures, spekuliert man auf steigende Zinsen. Häufig setzt man diese Variante zur Absicherung bestehender Anleihepositionen ein. Der Gewinn durch den Verkauf des Bund-Futures im Falle eines Zinsanstiegs kompensiert die durch den Zinsanstieg verursachten Kursverluste der Anleihen. Durch die Hebelwirkung des Futures ist dies viel praktikabler, als den ganzen Anleihenbestand zu verkaufen und später zurückzukaufen.
Basiswert des Bund Futures ist eine Bundesanleihe. Jedoch keine echte, sondern eine fiktive mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren am Fälligkeitstermin des Futures und einem Zinskupon von 6%. Der Grund ist folgender: Nähme man eine real existierende Bundesanleihe, hätte diese nach sechs Monaten eine Restlaufzeit von 9,5 Jahren. Sie würde nicht mehr das gewünschte Laufzeitspektrum von 10 Jahren abbilden. Ein Wechsel auf eine andere 10-jährige Anleihe als Basiswert ist nicht ohne weiteres möglich. Diese verfügen wieder über andere Zinskupons, was verzerrende Effekte für den Marktpreis mit sich bringt. Die fiktive Bundesanleihe umgeht diese Problematik.
Allerdings kann der Verkäufer des Bund-Futures bei Fälligkeit eine solche Anleihe dem Käufer nicht andienen, weil sie nicht existiert. Die Kontraktspezifikationen sehen die Lieferung einer Bundesanleihe mit einer Restlaufzeit zwischen 8,5 – 10,5 Jahren vor. Um sicherzustellen, dass die Lieferung dieser zugelassenen Anleihen im konkreten Fall zum wirtschaftlich gleichen Ergebnis führt wie die Andienung der fiktiven Anleihe mit 6 % und 10 Jahren Laufzeit, kommt eine komplizierte Konvertierungsfaktor zum Einsatz.
Der Nominalwert des Bund-Future-Kontrakts beträgt 100.000 Euro. Anleger hinterlegen zu Beginn einen gewissen Anteil von diesem Betrag als Initial Margin, partizipieren aber im vollen Umfang an der Kursveränderung des Futures. Dadurch entsteht die Hebelwirkung. Der Kurs des Bund Futures und damit der Kontraktwert wird täglich geprüft und mit dem Margin-Konto verrechnet. Entwickelt sich der Kurs des Futures nicht in die gewünschte Richtung und die Verluste zehren die Initial Margin auf, besteht für den Investor eine Nachschusspflicht.
Grundsätzlich gilt der Bund Future als wichtiger Indikator für die Zinsentwicklung am deutschen Markt. Sinkt der Kurs des Bund Futures, steigt das Zinsniveau. Dies trifft auch spiegelverkehrt zu. Daneben gibt es verschiedene Risiken und Aspekte, die Interessenten berücksichtigen und in das Pro und Contra mit einbeziehen sollten:
Im Gegensatz zu Aktien, bei denen Anleger kaufen, wenn sie steigende Kurse erwarten und verkaufen, wenn sie sinkende Kurse erwarten, müssen sie bei einem Bund Future umdenken. Hier setzen Anleger nicht auf Aktien, sondern auf die Zinsen und Zinsveränderungen. Der Kurs des Bund Futures verhält sich im Vergleich zu Renditen anderer deutscher Anleihen spiegelverkehrt.
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