Optionen

Optionsstrategien: Double Diagonal Spreads X

in Devisen-Monitor zum Thema Optionen
vom


 

Hallo liebe Leser,

 

ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit den Double Diagonal Spreads. Zunächst hatten wir uns einen ersten Überblick über Chancen und Risiken, sowie zur Erwartungshaltung, welche dieser Strategie zugrunde liegt, gegönnt. Hernach haben wir damit begonnen, uns anhand eines Praxisbeispiels anzusehen, wo der Maximalgewinn entsteht. Dabei haben wir heraus gefunden, dass sich in unserem Beispiel eine "Gewinnspanne" von etwas über 4 Euro ergibt, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Optionen bei einem der beiden Strike-Preise der kurzen Optionen (Maximalgewinn) oder zwischen den beiden Strike-Preisen liegt. In der letzten Ausgabe vom vergangenen Mittwoch haben wir uns angesehen, wie schnell die Position in den Verlust gerät, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Option unter dem niedrigeren Strike-Preis notiert.


 

Heute wollen wir uns ansehen, was geschieht, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Option über dem oberen Strike-Preis notiert.

 

Zunächst, wie immer, unsere Ursprungsposition:

 

Verkauf 49er September-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)

20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)

implizite Volatilität: 20%; Prämie: 751,07 Euro

 

Kauf 51er Oktober-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)

20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)

implizite Volatilität: 19%; Prämie: 559,29 Euro

 

Verkauf 45er September-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)

20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)

implizite Volatilität: 24%; Prämie: 1.012,68 Euro

 

Kauf 43er Oktober-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)

20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)

implizite Volatilität: 25%; Prämie: 952,83 Euro

 

Aktie X notiert bei 47 Euro

 

Delta

-0,26

Gamma

-2,23

Theta

0,28

Vega

0,19

 

Nun sind 30 Tage vergangen....

Aktie X notiert bei 50 Euro (alle übrigen Faktoren, insbes. IV, bleiben unverändert)

Was passiert nun?

 

Nun, der 51er Oktober-Call weist jetzt einen Wert von 1.337,95 Euro auf.

 

Der 43er Oktober-Put weist dagegen nur noch einen Wert von 42,46 Euro auf.

 

Doch bei einem Aktienkurs von 50 Euro, wird der 49er September-Call ausgeübt. Das heißt, unser Trader muss 2.000 Aktien zu 49 Euro verkaufen, die er zu 50 Euro kaufen müsste. (Der 45er September-Put verfällt wertlos.) Das bedeutet einen Verlust von 2.000 Euro!

 

Dagegen nimmt unser Trader allerdings (1.337,95 Euro + 42,46 Euro) 1.380,41 Euro durch den Verkauf der Oktober-Optionen ein. Hinzu kommt die Netto-Prämieneinnahme in Höhe von 251,63 Euro.

 

Hier würde unser Trader also einen Verlust von 367,96 Euro verbuchen!

 

Sie sehen, der Verlust ist bei einem Aktienkurs über dem oberen Strike-Preis höher, als bei einem Aktienkurs unterhalb des unteren Strike-Preises. Dies deckt sich auch mit den Maximalgewinnen - denn der Gewinn ist beim Aktienkurs von 45 Euro (unterer Strike-Preis) bei Verfall der kurzen Optionen am höchsten. Der Gewinn beim Aktienkurs von 49 Euro (oberer Strike-Preis) fällt dagegen etwas geringer aus.

 

Der Grund dafür ist einfach und hängt mit der impliziten Volatilität des 43er Oktober-Puts zusammen, die mit 25% massiv höher ist, als jene des 51 Oktober-Calls mit lediglich 19%. Doch mit der impliziten Volatilität werden wir uns noch im Folgenden gesondert und ausführlich beschäftigen.

 

Damit verabschiede ich mich für heute und diese Woche und freue mich, wenn wir uns am kommenden Mittwoch wiederlesen.

 

Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende

Ihre Miriam Kraus

 


von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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Der Börsenbrief von Miriam Kraus: "Tiger & Dragon"


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