Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Optionen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Optionen
vom
Hallo und noch einmal herzlich Willkommen im Fortgeschrittenen-Teil der Options-Reihe. In den letzten Ausgaben der Reihe haben wir uns mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Double Diagonal Spreads und einfachen Diagonal Spreads beschäftigt und damit war wir daraus lernen können.
Wir haben gesehen, dass die Erwartungshaltung beim Double Diagonal Spread wesentlich stärker auf das Theta ausgerichtet ist. Das Vega ist zwar positiv, doch darauf kommt es dem Trader eigentlich nicht an - viel wichtiger ist, dass sich die Volatilitäten "in line" befinden, denn eigentlich setzt der Trader nicht auf einen Anstieg der Volas (auch wenn sich in unserem fiktiven Beispiel natürlich ein Vola-Anstieg positiv ausgewirkt hat), denn in der Regel geht ein Anstieg der Volas auch mit stärkeren Aktienkursschwankungen einher und die will unser Trader, der auf eine Seitwärtsrange setzt, ja gerade nicht haben.
Halten wir also fest: in der ursprünglichen Erwartungshaltung geht es dem Trader bei einem Double Diagonal Spread nicht um das Vega.
Aber....das Vega wird umso interessanter, wenn es um den Ausstieg aus einem Double Diagonal Spread geht.
Dafür hat der Trader nämlich 3 Möglichkeiten, nachdem die kurzen Optionen verfallen sind. Erinnern Sie sich nochmal kurz: nach Verfall der kurzen Optionen hält der Trader noch einen gekauften Put und einen gekauften Call.
Ausstiegsmöglichkeit Nummer 1
Der Trader verkauft nun die beiden länger laufenden Optionen und streicht damit, wenn der Aktienkurs hoffentlich auf einem der beiden Strike-Preise der kurzen Optionen oder dazwischen notiert, seinen Gewinn ein.
Ausstiegsmöglichkeit Nummer 2
Der Trader hält mit dem gekauften Call und dem gekauften Put nun einen Strangle (diese werden wir später noch ausführlich behandeln). Diesen Strangle kann der Trader nun weiter halten.
Ausstiegsmöglichkeit Nummer 3
Der Trader bildet einen Iron Condor (hierzu müsste er die gleichen Optionen (also gleicher Strikepreis, gleiches Underlying) wie zuvor verkaufen, nur diesmal wählt er den gleichen Ausübungsmonat, wie bei den gekauften Optionen). Den Iron Condor werden wir uns auch später noch ausführlicher ansehen.
Die Frage, welche Ausstiegsmöglichkeit der Trader wählt, beantwortet das Vega!
Denn jede dieser Ausstiegsmöglichkeiten hat mit den Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Volatilitäten zu tun.
Hat der Trader seine Meinung zur Vola nicht geändert und geht also davon aus, dass es keine großen Vola-Schwankungen geben wird, dann wählt er Ausstiegsmöglichkeit Nummer 1.
Hat der Trader dagegen seine Meinung geändert und geht nun von steigenden Volas aus, dann wählt er Ausstiegsmöglichkeit Nummer 2 (der Strangle wartet mit einem hohen positiven Vega auf).
Hat der Trader seine Meinung dagegen in die andere Richtung geändert und erwartet nun sinkende Volas, dann wählt er Ausstiegsmöglichkeit Nummer 3. Denn der Iron Condor wartet dagegen mit einem negativen Vega auf.
So einfach ist das...man muss nur wissen was man will! :-)
So long liebe Leser...so viel für heute...in der nächsten Ausgabe geht's weiter...dann sehen wir uns die Ausstiegsmöglichkeiten noch einmal genauer an und gehen dann zum Rolling über...liebe Grüße und bis morgen...
Ihre Miriam Kraus
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