Derivate

J.P. Morgan verzockt zwei Milliarden Dollar
Von Michael Vaupel | 11. Mai 2012 | Artikelbewertungen
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*** Oh la la...das könnte spannend werden!

Gestern Abend teilte das US-Finanzinstitut J.P. Morgan mit, dass man "signifikante" Verluste erlitten habe. Mitgeteilt wurde in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC, dass sich das "synthetische Kredit-Portfolio als riskanter und volatiler herausgestellt habe als erwartet." Der Vorstandsvorsitzende rief für den späten Abend eine Telefonkonferenz ein.

Klartext: J.P. Morgan hat zwei Milliarden Dollar verloren, weil da "jemand" offensichtlich ohne ausreichende Kontrolle bzw. entsprechendes Risiko-Management bei bestimmten Derivaten mit viel zu hohem Einsatz ziemlich daneben lag. Worum es genau ging, ist nicht ganz klar, wahrscheinlich CDS ("credit default swaps", Kreditausfallversicherungen, welche losgelöst vom Kreditgeber/nehmer gehandelt werden können).

Nichts gelernt aus der Finanzkrise des Jahres 2008? Ganz offensichtlich trat dieser massive Verlust überraschend auf, dafür spricht schon die hektische Anberaumung der Telefonkonferenz und die Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht, nachdem ich zu einem solchen Verlust nichts im vorigen Quartalsbericht gefunden habe.

Wer führte diesen Trade durch? Namen wurden nicht genannt. Erinnert mich an die famose Geschichte "Ich war es nicht" von Kristof Magnusson, wo geschildert wird, wie ein durchaus sympathischer Trader gewissermaßen in einen Milliardenverlust "reinschlittert".

Wenn so ein "überraschender Verlust" weiterhin jederzeit in dieser Höhe möglich ist, dann könnten auch Kettenreaktionen möglich sein. Diese 2 Mrd., so hoch sie auch sind, werden J.P. Morgan wohl nicht zum Sturz bringen. Doch was wäre, wenn es doppelt so viel gewesen wäre? Oder noch wird? Was, wenn J.P. Morgan stürzt? Domino-Effekt? Neue Runde von "Bailouts" für Banken?



Übrigens beunruhigend die Tatsache, dass die 2 Mrd. Dollar Verlust "Richtwert" sind, genau wisse man es noch nicht.

Wie gesagt: Das könnte spannend werden!

*** Noch was ganz anderes.

Im Zuge des Jatropha-Projekts im südlichen Afrika hatte ich vor Ort Annoncen aufgegeben, um an diesem Projekt interessierte Farmer zu finden.

Es meldete sich ein deutschsprachiger Namibier aus dem Süden des Landes, Farmbesitzer mit der Kleinigkeit von rund 19.000 Hektar Land. (Klingt gewaltig, doch Sie dürfen nicht vergessen, dass das größtenteils trockenes, unfruchtbares Land ist.)

Ich fuhr hin - doch aus dem Jatropha-Anbau dort wurde es nichts, da sein Gebiet nicht frostsicher ist (für die Jatropha-Pflanze Voraussetzung). Immerhin lernte ich eine gastfreundliche Familie kennen, bewunderte Landschaft und Wildbestand (Antilopen, Warzenschweine, Strauße...).

Vor kurzem erreichte mich die Nachricht, dass dieser Farmer Selbstmord begangen hat. Offensichtlich litt er an Depressionen, wovon mir nicht das Geringste aufgefallen war. Er hinterlässt eine trauernde Frau, welche dadurch hart getroffen wurde und nun die Farm aufgeben, sprich verkaufen möchte.

In diesem Zusammenhang - wenn Sie jemanden kennen, der am Kauf einer solchen Farm Interesse haben könnte, schreiben Sie mir...Kontakt kann ich herstellen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein angenehmes Wochenende!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily



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Kommentar von edwin sacher

sehr geehrte Damen und Herren, es gab einen anonymen Brief vor einigen Woch, welcher die amerikanische Presse erreichte. Dort wurde von unhaltbarn Zuständen bei j.p.morgan berichtet. Es fehlten Beweise. Somit lag schon etwas in New York in der Luft.Eine Bankenaufsicht gibt es nicht in New York, welche diesen Namen verdient. Gefürchtet ist nur die Instituiton der Kommune, "conrtroller of the Currency". Mit freundlichen Grüßen Edwin Sacher

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