Derivate: Aktien mit Hebel handeln

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Sie wissen, wie Sie mit Aktien Gewinne machen, nur wächst Ihr Portfolio trotzdem einfach nicht schnell genug? Dann wird es Zeit, dass Sie ab jetzt Derivate, d.h. Aktien mit Hebel handeln.

Und schon werden aus dem netten 10%-Gewinn, den Sie ab und an immer mal wieder mitnehmen, 40%- und 50%-Gewinne, wenn nicht sogar noch mehr!

Bleibt die Frage, wie Sie vorgehen können, wenn Sie Aktien mit Hebeln handeln möchten?

Hierfür gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten. Beginnen wir mit der geläufigeren und vielseitigsten...

Derivate: Aktien mit Hebel handeln

Die wohl bekannteste Möglichkeit, Aktien mit Hebel zu handeln, ist der Einsatz von Derivaten. Möchten Sie z.B. die Aktie von Siemens mit einem Hebel von ca. 3-4 handeln, wäre die wohl gängigste Vorgehensweise, nach einem entsprechenden Call-Optionsschein (oder bei fallenden Kursen eben ein Put-Optionsschein) oder einem entsprechendem Derivat zu suchen. Derivate (d.h. Zertifikate, Optionsscheine, CFDs, und vieles mehr) bieten bekanntlich viele Möglichkeiten, Aktien mit Hebel zu handeln.

Bei Derivaten gibt es jedoch ein paar wichtige Punkte, die Sie auf jeden Fall beachten sollten:

  1. Stellen Sie sicher, dass Sie genau verstehen, wie das Derivat, das Sie benutzen möchten, im Detail funktioniert. Bei Zertifikaten bedeutet dies z.B. dass Sie sich den Prospekt zum entsprechenden Zertifikat ansehen, um so genau die Funktionsweise der Produkts und evtl. „Hintertürchen“, die sich der Emittent offengelassen hat, kennen zu lernen.
  2. Finden Sie heraus, ob Ihr Derivat in Extremsituationen dazu führen kann, dass Sie nachschusspflichtig werden. Falls ja, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie dieses Risiko eingehen möchten und hierfür bereits genug Erfahrung im mit striktem Money Management haben. Notfalls können Sie auch mit anderen Produkten Aktien mit Hebel handeln.
  3. Berücksichtigen Sie in Ihrer Handelsstrategie, dass die Hebelwirkung vieler Derivate sich durch verschiedene Faktoren ändern kann. Bei Optionsscheinen etwa steigt z.B. Ihr Delta, je tiefer Sie über die Strike-Schwelle ins Geld laufen.
  4. Haben Sie die Kosten Ihres Derivats genau im Auge. Bei CFDs z.B. fallen bei längerer Long-Haltezeit Finanzierungskosten an. Verschiedene Optionsscheine etwa können sich durch unterschiedliche Aufgelder unterscheiden. Oft liegt der „Gebührenteufel“ hier im Detail und nicht jedes Derivat eignet sich von seiner Gebührenstruktur her in jeder Situation, um Aktien mit Hebel zu handeln.

Sollten Ihnen Derivate jedoch nicht zusagen, gibt es natürlich auch die „klassische Variante“ über den Einsatz von Margin.

Margin: Eine weitere Methode, Aktien mit Hebel zu handeln

Die Verwendung von Margin (dt. etwa „Wertpapierkredit“) funktioniert etwas anders als der Handel mit Derivaten, wenn auch die Effekte in manchen Fällen ähnlich sein können (denn in beiden Fällen haben Sie in Ihrem Portfolio mehr finanziellen Spielraum und bewegen damit mehr Geld am Markt).

Bei der Verwendung von Margin entsteht der Hebel nicht durch ein spezielles Finanzprodukt, sondern direkt an der sprichwörtlichen Basis, also in Ihrem Portfolio selbst. Wenn Sie für einen Wertpapierkredit zugelassen sind, leiht Ihnen der Broker einen bestimmten Betrag (in Abhängigkeit Ihres vorhandenen Aktienportfolios). Hiermit können Sie dann zusätzlich Wertpapiere kaufen. Die Hebelwirkung entsteht somit durch den Einsatz von Fremdkapital. Verdoppelt Ihnen Ihr Broker beispielsweise durch die Wertpapierbeleihung Ihren Portfoliobetrag, können Sie umgerechnet Ihre Wertpapiere nun mit 0,50 EUR Eigenkapital kaufen, wo Sie sonst noch 1 EUR Eigenkapital hätten aufbringen müssen. Es entsteht somit ein Hebel mit dem Faktor 2.

Aktien mit doppeltem Hebel handeln: Margin + Derivate kombiniert

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, beide hier beschrieben Schritte zu nutzen. Damit wirkt ein erster Hebel durch die Wertpapierkreditlinie, die Ihnen Ihr Broker einräumt, der zweite entsteht durch den Handel von Derivaten statt herkömmlichen Wertpapieren, wie z.B. Aktien.

Im Erfolgsfall sind solche gehebelten Geschäfte natürlich sehr explosiv, jedoch sollten Sie sehr genau wissen, was Sie hier tun, denn letztlich läuft der Markt in beide Richtungen – sowohl im Basiswert und erst recht, wenn Sie Aktien mit Hebel handeln.

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