Der Zusammenbruch des Jahres 2009
Gerald Celente in Traders Daily
vom 23. März 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Auf die „Panik des Jahres 2008" folgt der „Zusammenbruch von 2009". Im Jahr 2008 beherrschten die Sorgen der Wall Street die Medien, nachdem die größten Finanzunternehmen der Welt und der Wertpapiermarkt einbrachen.
Im Jahr 2009 wird sich die Aufmerksamkeit ausdehnen und eine Reihe von Zwischenfällen umfassen, die keinen Sektor unbeschadet zurücklassen werden. Als nächstes kommt der Einzelhandel, der ungefähr 70% der Verbraucherausgaben ausmacht, von denen 26% auf die Einkäufe zu den Feiertagen entfallen.
Nachdem die Zahlen zusammengerechnet sein werden, die ein düsteres Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel enthüllen, werden auch größere Ketten des Einzelhandels Konkurs machen. Abgesehen davon werden Massen arbeitslos werden, und die gescheiterten Einzelhändler werden tausende von leeren Geschäften hinter sich zurücklassen. Wer wird sie dann mieten? Niemand!
Fügen Sie zu diesen Leerständen noch den leerstehenden Gewerberaum hinzu, der von gescheiterten Finanzunternehmen und einer Reihe von anderen in Schwierigkeiten steckenden Unternehmen zurückgelassen werden. Dazu gehört alles, von Restaurants über Architekturunternehmen bis hin zu hochtechnisierten Betrieben und Druckereien usw., usw., Das unvermeidliche Ergebnis (das ich schon vor mehr als einem Jahr prognostizierte und das erst heute in den Business-Medien besprochen wird) ist eine Krise bei den Gewerbeimmobilien, die noch kostspieliger, noch verheerender und noch hartnäckiger sein wird, als der Rückgang am Markt der Wohnimmobilien.
Weil die meisten Menschen nicht an der Wall Street leben oder arbeiten, wurde die „Panik des Jahres 2008" von den Menschen an der Hauptstraße so betrachtet, als sei sie weit weg - auch wenn viele von ihnen währenddessen Geld verloren haben. Aber wenn die Gewerbeimmobilien einbrechen, dann werden wir deutlich näher dran sein. Eine krisenhafte Atmosphäre in wenig besuchten, halb leerstehenden Einkaufszentren wird die Gefühle und alle Sinne viel stärker berühren.
In Bürogebäuden wird es verlassene Flure und vereinsamte Arbeitsplätze geben, die die Stimmung derer niederdrücken werden, die immer noch einen Arbeitsplatz haben. Sie sind ständige Erinnerungen an die entlassenen Freunde und Kollegen und an die Fragilität des Arbeitsplatzes.
Verlassene Geschäfts- und Industrieparks, um die sich niemand kümmert, werden eine ohnehin schon bedauerliche Szenerie noch unterstreichen. In den Städten, die gespickt sind von in den Himmel schießenden Türmen und neuen Baustellen, die vom ewigen Wirtschaftswachstum sprechen, werden Straßen, gesäumt von „Zu Verkaufen"-Schildern die angehaltenen Kräne und unfertigen Gebäude ergänzen.
Wenn Geschäfts- und Wohnimmobilien einbrechen, dann werden auch der Kreditkartensektor und alle mit ihm in Verbindung stehenden Sektoren leiden und gezwungen sein, kürzer zu treten. Horden von Verbrauchern, die von Kreditkarten gelebt haben und die Schulden bis an die Grenze haben anlaufen lassen, werden das Geld nicht haben, um ihre Schulden noch zu bedienen.... ganz zu schweigen davon, dass sie sie zurückzahlen. Sie werden in die Pleite gezwungen.
Bedenkt man die fast drei Billionen Dollar, die bei den Verbraucherkrediten gefährdet sind (ausgenommen sind Auto- und Hypothekenschulden), dann wird ein unvermeidlicher Schneeball der Pleiten dem laufenden Einbruch des Jahres 2009 noch weitere Wucht geben.