Der zähe amerikanische Konsument steht noch
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 14. Juni 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Der zähe amerikanische Konsument steht immer noch. Er kann einen Schlag einstecken.
Wie ein Preisboxer könnte er aber immer noch das Opfer des Schwindels seines Managers werden ... und ein Opfer seines Selbstbetrugs. Es ist ein bisschen traurig, ihn jetzt so zu sehen – voller Illusionen, aber immer noch auf seinen Füßen.
"Ich bin nicht besonders optimistisch, was den Dollar angeht", begann ich ein Gespräch mit einem Analysten in London, bei einer Hotel-Rezeption im Hyde Park."
"Die Zwillings-Defizite?"
"Ja."
Mehr brauchte ich nicht zu sagen. Wir verstanden uns gegenseitig komplett. Die "Zwillings-Defizite", auf die er sich bezog, waren das amerikanische Handelsbilanz- und das amerikanische Haushaltsdefizit. Zusammengenommen erreichen sie fast 1 Billion Dollar pro Jahr. Sie können nicht auf ewig weiter wachsen. Deshalb müssen sie schrumpfen. Aber wie? Der traditionelle Weg – der gleichzeitig auch der wahrscheinlichste ist – beinhaltet einen starken Rückgang des Dollarkurses.
Der Dollar muss nicht sofort drastisch fallen. Zu viele Leute brauchen Dollar, um ihre Schulden bezahlen zu können. Aber er wird fast sicher fallen, wenn auch nicht heute.
Der Status des Dollars als Reservewährung der Welt ist bedroht. Und der Euro ist ein ernsthafter Bewerbe für den Top-Job der Reservewährung der Welt. Der Anteil der EU am globalen Output liegt bei 16 %, und damit nicht drastisch unter dem amerikanischen Wert von 21 %. Und noch wichtiger: Die EU hat im Gegensatz zu den USA einen Leistungsbilanzüberschuss. Kein monetäres System dauert ewig. Und die Tages des Dollarstandards sind gezählt.
Der arme Mann ... der amerikanische Boxer ... wird heute, Morgen, oder erst in Monaten fallen.
"Lass Dich fallen", ist mein Rat. "Und bete, dass Du nach dem Kampf noch aufstehen kannst".
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