Der XAU ist so günstig wie zuletzt im Oktober 2000
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 8. August 2008, 17:00 Uhr
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Liebe Leserin, lieber Leser,
da mir heute die Zeit davonläuft, erhalten Sie ausnahmsweise einen Auszug aus dem aktuellen Martkbericht des Rohstoff Investor.
Immer noch lasten die Schockwellen auf den Märkten, welche die SEC hervorgerufen hat. Im Visier der amerikanischen Börsenaufsicht sind nicht nur die Leerverkäufer von Finanzaktien, sondern auch die Hedge Fonds, die mit Rohstoffen handeln. Seit die Security and Exchange Commission angekündigt hat, deren Handelsgebahren zu überprüfen, werden von ihnen reihenweise Positionen aufgelöst.
Verkaufswelle führt zu Stopp-Lawine
Obwohl die Terminbörsen enge Märkte sind, reicht das natürlich nicht aus, um das ganze Geschehen der vergangenen Wochen zu erklären. Es war nur der Auslöser für eine Verkaufswelle. Je größer die Ausmaße werden, desto mehr Anleger, die über die Gründe nicht informiert sind, werden noch ihre Positionen auflösen. So verstärkt sich die Bewegung von selbst. In den vergangenen Tagen waren zeitweise nahezu alle Rohstoffe betroffen, selbst an den Agrarmärkten kam es zu heftigen Verlusten.
Scharfe Abverkäufe sind typisch für Bullenmärkte
Die Bewegung erinnert an die kurze Phase Anfang 2007, als ebenso der gesamte Rohstoffmarkt für einige Wochen unter Druck kam. Eine fast schon typische Erscheinung in einem Bullenmarkt - Korrekturen sind kurz, aber heftig. Wie damals lastet zudem ein kurzfristig stärkerer US-Dollar zusätzlich auf den Preisen, und wieder wird das Ende der Rohstoffhausse ausgerufen. Ebenso belastet die Angst vor einer Rezession die Preise. Doch befinden wir uns in dieser nicht schon längst?
Sind wir längst in einer Rezession?
Von den Medien nahezu totgeschwiegen, kam es bei der jüngsten Revision des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts zu einer Revision des vierten Quartals 2007 nach unten. Nachdem zuvor noch ein Wachstum von 0,6% bescheinigt wurde, war es nun plötzlich eine Schrumpfung von 0,2%. Wir können gespannt sein, ob sich das für die Daten des ersten Quartals 2008 wiederholt. Dann hätten wir eine rechnerische Bestätigung für das, was uns die Schwäche der Börse seit Herbst vergangenen Jahres zeigt - laut Definition eine Rezession.
Unternehmen rechnen weiterhin mit einer Angebotslücke
Doch das muss nicht bedeuten, dass die Rohstoffpreise jetzt ins Bodenlose fallen. Sehr gut ist dagegen möglich, dass mit dem jüngsten heftigen Einbruch bereits die Bereinigung überzogener Erwartungen stattgefunden hat. Dafür spricht nicht nur die Übernahmewelle auf dem Rohstoffmarkt. Es gibt ebenso Wortmeldungen der Unternehmen, die auf die weiterhin enge Angebotslage hinweisen. So bemerkte der CEO von Rio Tinto gerade: "Das Angebot wird nicht so schnell steigen, wie es aktuell angenommen wird und die Nachfrage bleibt hoch. Die chinesischen Eisenerzimporte sind seit vergangenem Jahr um 70 Mio. Tonnen gestiegen. Das ist sehr robust und es gibt nicht genügend Projekte am Start, um das zu kompensieren." In dieselbe Kerbe schlug auch der große brasilianische Produzent CVRD, der noch bis mindestens 2011 ein Marktdefizit sieht, das von der Industrie nicht ausgeglichen werden kann.