Der Wohlfühlfaktor beim Traden
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 8. September 2009, 08:30 Uhr
im heutigen Teil der Serie „Begrenzen Sie Ihre Verluste" befassen wir uns erstmals mit einem der Kriterien, die im Vorfeld einer Stopp-Setzung eine Rolle spielen können. Wie weit ein Stopp vom Einstiegskurs gesetzt werden kann, hat natürlich auch mit der eigenen Risikoneigung zu tun. Welchen Verlust kann der Trader mental verkraften, oder bei welcher maximalen Verlustgröße pro Trade fühlen Sie sich noch wohl? Glauben Sie mir, da gibt es himmelweite Unterschiede bei den Anlegern.
Bei diesem Kritierium geht es also ausschließlich um das eigene Empfinden bzw. viel um Psychologie. Nicht der Blick auf den Chart, oder eine komplizierte Berechnung führt zum Ergebnis, wo letztlich der Stopp platziert wird. Rein „gefühlstechnisch" wird der absolute Betrag definiert, der gleichbedeutend mit dem Maximalverlust ist. Dabei spielt die eigentliche Kontogröße meist keine Rolle. Häufig kristallisiert sich dieser „Betrag-Stopp" nach einigen Verlust-Trades heraus. Der Anleger spürt, wie sich das Wohlbefinden ab einem Betrag ins unermessliche steigert. Schwitzende Hände und schlaflose Nächte sind nur zwei Indizien dafür, dass der vorgenommene Trade eine Nummer zu groß war. Da dieses Gefühl künftig möglichst vermieden werden soll, wird der mögliche Verlust bis zu diesem Geldbetrag begrenzt. Als professioneller Trader ist diese Art der Stoppsetzung nicht praktikabel, doch besser man nähert sich dem Thema „Verlustbegrenzung" auf diese strikte Art als gar nicht. Ist der anfängliche Stopp (sog. Initial Stopp) „gefühlstechnisch" gesetzt, so kann dieser dann in dem Fall, dass sich die Position gut entwickelt, nachgezogen werden. Hier braucht dann nicht mehr der Maximalverlust, den man bereit ist zu erleiden, berücksichtigt werden, sondern der Trader orientiert sich an andere Kriterien, die einem professionellen Ansatz nähern kommen. Diese sehen wir uns dann in den nächsten Tagen genauer an.