Der Wert, wertlos zu sein…
Christopher Hancock in Traders Daily
vom 31. Dezember 2007 12:00 Uhr
ENL5454
Starke Ökonomien verlangen eine starke Infrastruktur.
Eine starke Infrastruktur verlangt starke Ausgaben. Mehr Ausgaben bedeuten mehr Regierungsverträge. Mehr Verträge bedeuten mehr Wahlkampfspenden. Und es wird besser. Jeder gewählte Vertreter vertritt einen Bezirk mit einer kaputten Brücke. Eine neue Brücke braucht ein Band und einen neuen Namen. Daher gilt, dass sie, je mehr Brücken gebaut werden, desto mehr Stimmen erhalten.
Und jetzt das Beste. Sie erzielen diese wohltätigen Leistungen ohne ihr Leben zu verlieren oder die Steuern anzuheben. Und was noch besser ist: Ein jeder in Washington spielt dabei mit. Dummerweise bedeuten mehr Ausgaben auch mehr Schulden. Der amerikanische Kongress wird sich an das amerikanische Finanzministerium wenden. Das Finanzministerium will die Pläne durchkreuzen.
Aber sie schalten CNN ein und sehen eine weitere Brücke, die über dem Mississippi zusammenbricht. Also zucken sie mit den Achseln. Das amerikanische Finanzministerium wird sich an die Käufer aus dem Ausland wenden. Die ausländischen Käufer müssten (werden) höhere Ertragsraten dafür verlangen, dass sie eine Währung halten, die an Wert verliert. Die Zinssätze müssten (werden) deswegen steigen.
Und bei dem Rennen, amerikanische Anlagewerte an ausländische Hände zu verkaufen, heißt die Richtung abwärts, in Richtung Süden, wie beim mächtigen Mississippi. Und um die Sache noch schlimmer zu machen, kündigen die Analysten zukünftige Zinssenkungen an. Beim jüngsten Treffen der Zentralbank am 9. November 2007 zeigte sich ein Konsens, der eine Zinssenkung von 50 Basispunkten befürwortete…
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Mich interessiert das nicht wirklich. Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung sich die Zinssätze bewegen. Aber eines weiß ich: Mit dem amerikanischen Dollar müsste (wird) es weiterhin abwärts gehen. Die Finanzminister der Eurozone zittern. Am 8. Oktober, einem Tag ehe Amerika eine Fortsetzung der Senkung der Zinssätze ankündigte, gaben die Europäer ihre Absicht bekannt, den Euro aktiv gegenüber dem chinesischen Renminbi, dem amerikanischen Dollar und dem japanischen Yen abzuwerten.
Sie behaupten, dass ein schwächerer Euro den Druck auf die europäische Wirtschaft reduzieren würde. Europa hat sich, in gewissem Sinne, in die Karten sehen lassen. Und die amerikanische Zentralbank hat am nächsten Tag sofort getrumpft. Los, Zentralbank.
Diese zweifelhafte Politik heißt in der Finanzsprache folgendes: Die souveränen Staaten der Welt befinden sich in einem dauerhaften Rennen darum, die Währung zu haben, die am wenigsten wert ist. Sie befinden sich sozusagen in einem Rennen in Richtung des Tiefstpunktes… in einem Wettrennen darum, gewissermaßen wertlos zu werden.