Der Weg zur wirtschaftlichen Erholung ist dornenreich
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 25. Mai 2010, 07:30 Uhr
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Ich beginne damit, dass ich Paul Krugman - dem economiste ordinaire" der New York Times - danke.
Manchmal - im Dunkel der Nacht - werde ich von Dämonen des Zweifels und der Sorgen geplagt. Besonders dann, wenn ich alleine bin. Und weit weg von zu Hause.
Vielleicht habe ich Unrecht. Vielleicht führe ich Tausende loyale Leser in die Irre. Vielleicht ist die große Korrektur" nicht das, was ich denke, das sie ist. Vielleicht sind Defizite gut. Und vielleicht werden die USA niemals in etwas wie den griechischen Yoghurt rennen.
Was für eine Erleichterung war es, Paul Krugman zu lesen! Natürlich stimmt er mit mir überhaupt nicht überein. Was meine Seele erleichtert. Wenn Krugman mit mir übereinstimmen würde, dann hätte ich meine Ansicht zu überdenken.
Amerika ist nicht Griechenland", sagt er. So weit, so gut. Seine geographischen Kenntnisse sind korrekt.
Ab da geht es abwärts.
Krugman hat den Nobelpreis bekommen, für seine frühen Arbeiten. Was bei mir Zweifel am Nobelpreis-Komitee aufkommen lässt.
Die USA haben ein Haushaltsdefizit, welches - gemessen am Anteil des BIP - in etwa dem von Griechenland entspricht. Aber darauf sollte man sich nicht fokussieren, sagt Krugman. Er besteht darauf, dass die zwei Länder unterschiedlich sind. Weil die USA einen erheblich niedrigeren Schuldenstand haben."
Da hat er Unrecht. Wenn man auf die Schulden der US-Bundesregierung die Schulden von Fannie Mae, General Motors etc. addiert, da die Regierung letztlich dafür wird einstehen müssen, dann liegt der Krater bei ungefähr 120% des BIP. So viel wie in Griechenland.
Noch wichtiger", schreibt Krugman weiter, ist, dass wir uns auf einem klaren Weg der Wirtschaftserholung befinden."
Oh. Wo ist der? Soweit ich das sagen kann, ist dieser Weg schwach beleuchtet und dornenreich. Es gibt in den USA mittlerweile fast so viele Menschen, die Nahrung von der Regierung bekommen, wie die gesamte Bevölkerung Spaniens beträgt. Es gibt in den USA ungefähr so viele Arbeitslose wie die gesamte Bevölkerung von Griechenland, Portugal und Irland....zusammen.
Und ohne wachsende Einkommen - wie können die Amerikaner da ihre Konsumausgaben erhöhen? Und ohne Konsumausgaben, wie kann da die US-Wirtschaft wirklich wachsen?
Die Regierung kann das Geld ausgeben übernehmen! Nun, viel Glück damit. Und dennoch erklärt Krugmann, dass WENN die Wirtschaft in den USA wieder wächst...und WENN die Regierung die Defizite abbaut...und WENN das neue Gesundheitsprogramm nicht mehr kostet, als das Obama-Team sagt,...dann...ja, dann wird alles gut werden! Mit ein paar Steuererhöhungen, natürlich. Und einer Kombination von Reform im Gesundheitswesen und anderen Maßnahmen."
Was für andere Maßnahmen? Nun, das Defizit liegt bei rund 10% des BIP. Alles, was man tun müsste, ist die Ausgaben um 11% des BIP zu kürzen, und man hätte ein Plus. Mal sehen, wo können wir 1,4 Billionen Dollar kürzen? Das wären 100% des Verteidigungshaushalts. Und 100% der Sozialausgaben.
Wenn man das nicht tut...hat man weiterhin ein Minus. Und wenn man weiterhin ein Minus hat, hat man weitere neue Schulden. Und wenn man schneller neue Schulden macht, als die Wirtschaft wächst, dann gerät man irgendwann an den Punkt, an dem die Märkte die neuen Schulden nicht mehr finanzieren können oder wollen. Und dann ist man Griechenland.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von gerhard (25.05. 2010 10:03 Uhr):
Ich gehe davon aus, daß sich kein Land dieser Erde ohne drastische Maßnahmen aus dem Schuldendilemma lösen kann. Die Kernfrage ist dabei, welche Maßnahmen werden das sein und wann wird es passieren. Bei Ersteren tippte ich auf eine Hyperinflation, die ersten Schleusen in diese Richtung werden schon geöffnet. Möglicherweise werden die Schulden auch über eine Währungsreform abgebaut. Der Nachteil dabei wäre allerdings, daß sich am System wahrscheinlich nicht viel ändern würde. Über den Zeitpunkt kann man nur spekulieren. Ich gehe davon aus, daß es die Regierungen dieser Welt noch 1-5 Jahre schaffen können, die Schulden in immer neue Formen umzuschichten. Je lönger es dauert, umso dramatischer werden meiner Meinung nach die Folgen - ich gehe inzwischen von regelrechten Endzeitszenarien aus. Es wird wahrscheinlich kein Stein mehr auf dem anderen bleiben - bis hin zu einem neuen Welt(bürger)krieg. Und darauf können wir alle uns nicht vorbereiten! Eine andere Lösung wäre es lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende zu riskieren. Das würde bedeuten, daß die Regierungen dieser Welt zum einen die Finanzkonzerne pleite gehen lassen. Das würde allein schon viele Schulden tilgen, in diesem Fall auf Kosten der Gläubiger. Durchzuführen wäre das auch ganz einfach, man muß nur die Einhaltung korrekter kaufmännischer Grundsätze in Buchführung und Bilanzierung fordern. Allein die Neubewertung der "toxischen" Wertpapiere würde zu immensen Verlusten führen und diese Finanzkonzerne aus dem Markt entfernen! Ich bin ein Freund der Marktwirtschaft, aber was wir zur Zeit haben, ist eine Feudalwirtschaft, gestützt von Politik und Wirtschaft.
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