Der Weg ist das Ziel
Investors Daily
vom 04. Mai 2005 18:00 Uhr
ENL5454
*** Eine kurze Nachricht des small cap Superstars, James Boric:
"Es ist mir egal, ob der Markt ansteigt, oder ob er fällt ... Wenn es um das Geld von Tradern geht, dann macht das auch keinen großen Unterschied. Das Problem ist, dass die meisten Leute das nicht einsehen. Aber die, die es tun, haben einen nennenswerten Vorteil gegenüber denen, die es nicht tun."
"Zum Beispiel Bernard Baruch, geboren 1870: Er war einer der besten Trader aller Zeiten. Er wird ebenso hoch geschätzt wie Jesse Livermore, William O'Neill und George Soros."
"Er begann seine Karriere an der Wallstreet mit 21 Jahren. Anfangs machte er knapp fünf Dollar in der Woche – kaum genug, um zu überleben. Aber als er 32 Jahre alt war, war er schon 3.2 Millionen Dollar wert – sogar nach heutigem Standard ein Vermögen."
"Baruch's Herz hing nicht daran, einfach nur Aktien zu kaufen. Er kaufte, solange der Markt stark war und hielt sich knapp, wenn der Markt überbewertet oder schwach war (wie z.B. in diesem Jahr.)"
"Oft vergessen Investoren und Trader, dass sie auch dann noch Gewinne erzielen können, wenn der Markt fällt. Das ist ein riesiges Versehen zu ihren Ungunsten."
"Um Geld zu verdienen, muss man flexibel sein. Man muss bereit sein, die schwachen Aktien des Tages zu kürzen – ebenso wie man die stärksten kaufen muss. Das klingt verdammt einfach. Aber den meisten Leuten fehlt schlicht der Mut, auch danach zu handeln."
*** "Wenn du deinem Sohn nur einen einzigen Rat geben dürftest, zu was würdest du ihm raten", fragte mich John Mauldin.
Ich brachte das Wochenende damit zu, über diese Frage nachzudenken.
"Der Weg ist das Ziel", beschloss ich dann.
Das Ziel ist entweder wunderbar oder dämlich. Man weiß es nicht. Wenn jedoch der Weg unlauter ist, dann ist das gesamte Projekt von Anfang an behaftet. Im schlimmsten Fall haben die Weltverbesserer dann Blut an den Fingern, und selbst die besten Absichten der Welt werden die Finger nicht wieder rein waschen.
Man sollte sich also besser auf den Weg konzentrieren. Hart arbeiten. Klar denken. Danke und Bitte sagen. Am Korken riechen, ehe man den Wein trinkt. Günstig kaufen und teuer verkaufen. Bescheiden sein. Glücklich sein. Und wer weiß, vielleicht kommt man am Ende sogar an dem Ziel an, das man sich ersehnt hat.
Die Ziele übersteigen unser Vorstellungsvermögen. Wir wissen nicht, was passieren wird. Wie kennen auch nicht Gottes Pläne – weder die, die uns betreffen, noch die für die Welt selbst. Alles, was wir haben, ist der Weg. Nur darüber haben wir die Kontrolle. Wenn wir uns jedoch der Wege zivilisierter Menschen bedienen – und den wirtschaftlichen Weg vorziehen, um zu kriegen, was wir wollen – dann werden wir zwar nicht notwendigerweise das bekommen, was wir wollen, aber zumindest das, was wir verdienen.