Der Wechsel vom Bullen zum Bären
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 11. Mai 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
Zur aktuellen Silber-Korrektur (oder sollte ich Crash der Blase schreiben?) schrieb mir ein Leser folgendes:
"Klar, irgendwann musste die Korrektur kommen, nur wann? Sie müssen dann aber auch so ehrlich sein und schreiben, dass Sie bei 29 USD auch schon SHORT ausgerufen haben, schauen Sie mal nach in Ihren Ausgaben ;-) ..."
Habe ich gemacht. Und ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
15. Dezember - Neue Hochs erwartet = bullisch
Im Markt-Update vom 15. Dezember schrieb ich folgendes:
"Die Kurse tendieren leicht nach oben, konnten jedoch NOCH keine neuen Hochs generieren. Damit ist die Konsolidierung noch nicht beendet. Allerdings könnte (und ich bin mir sicher wird) dies in Kürze der Fall sein. Die von mir ursprünglich erwartete deutlichere Korrektur dürfte dann durch eine etwas leichtere Konsolidierung der Kurse auf hohem Niveau ersetzt worden sein. Wenn Sie wegen der von mir angekündigten Korrektur ausgestiegen sind - nicht schlimm - somit haben Sie sich das zuletzt lästige Auf- und Ab erspart."
Offenbar hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits zuvor eine Korrektur erwartet, die auch eintrat. Meine Annahme zu diesem Zeitpunkt war jedoch ein Ende dieser Konsolidierung und eine Fortsetzung der Rallye.
Gold stand zu diesem Zeitpunkt bei 1.395 USD, Silber bei 29,5 USD. Im Folgenden werden wir noch feststellen, dass es noch bis auf 1.425 USD rauf ging in Gold und meine bullische Einschätzung (einige Leser schienen in der Vergangenheit nicht zu wissen oder zu verstehen, dass ich auch durchaus bullisch sein kann für Gold und Silber) damit durchaus richtig war.
22. Dezember bis 7. Januar - Reihe skeptischer Beiträge über Gold und Silber = bärisch
Am 22. Dezember begann ich dann eine Reihe skeptischer Beiträge über Gold und Silber.
(Im übrigen schrieb ich auch schon zu diesem Zeitpunkt, die "Liquiditätsprogramme werden in 2011 auslaufen". Sie wissen vermutlicch nicht nur aus meinen Berichten, dass dies tatsächlich so bereits von den Notenbanken EZB und Fed so beschlossen wurde.)
Die Beitragsreihe endete am 7. Januar und gleichzeitig lag das Hoch von Gold und Silber in diesem Zeitraum. Die Korrektur nahm ihren Lauf.
10. Januar - Kursziel der Korrektur bei 1.315 USD =bärisch
Am 10. Januar gab ich dann das Kursziel von 1.315 USD in Gold bekannt und schrieb: "Aus der klassichen Charttechnik wäre auch ein aufsteigendes Dreieck denkbar, welches die obere Waagerechte bei 1420 hat und die aufsteigende Linie durch Ihre Punkte 2 und 4 läuft und derzeit etwa bei 1360 Punkten liegt. Bei einem Unterschreiten wären 1315 Punkte locker drin."
28. Januar - Kursziel erreicht = noch bärisch
Am 28. Januar präsentierte ich Ihnen dann folgenden Chart:

(Quelle: CFX-Broker) Gold, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Das Kursziel war exakt erreicht. Nun hielt ich es auch für möglich, dass noch die unteren Trendkanallinien erreicht werden. Es kam etwas anders. Die Gegenbewegung hielt ich zunächst nicht für einen neuen Aufwärtstrend und hielt in Gold an meiner Prognose fest, dass im Rahmen einer Seitwärtsbewegung die untere Trendkanallinie noch angesteuert wird. Zu Silber schrieb ich hingegen am 7. Februar: "Silber sieht etwas bullischer aus...".
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von XXX (12.05. 2011 11:14 Uhr):
Hallo, ich tippe im Falle eines deflationären Schulden-Schocks bzw. Aktien-Crash auf Pull Back 20 $...dann folgt QE 3-4-5 und EM steigen zum Mond... Mit meinen bis dahin explodierenden Bank-Puts werde ich dann billigst Silber nachkaufen! Es juckt mich, als silber-Bullen, also nicht wirklich. Und nicht vergessen, Silber wurde für den Crash einmalig manipuliert (Ted Butler). Fazit: Silber crasht nur weiter, wenn auch Aktien nun bald einbrechen. Was sagt denn die Technik dazu? Ich vermute, Aktien steigen weiter, Silber "fährt zur Hölle", naja... Grüße!
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (20.05. 2011 15:12 Uhr):
Guten Tag! - - - Von welchem Zeitraum gehen Sie denn bei Ihren Annahmen aus? - - - Vielleicht hilft Ihnen an dieser Stelle der Hinweis, dass im Falle von Put-Optionsscheinen diese einem gewissen Zeitwertverlust unterliegen. Sollte also der Crash im Bankensystem zu lange auf sich warten lassen, wovon ich derzeit ausgehe, könnte es sein, dass Ihre Puts wertlos verfallen. - - - Ich sehe zudem entgegen Ihren Angaben keinen Zusammenhang zwischen crashenden Aktienkursen und einem Crash im Silberpreis. - - - Ich hoffe, ich konnte mit meinen aktuellen Beiträgen Ihre Frage zur technischen Verfassung beantworten. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (20.05. 2011 15:12 Uhr):
- Kommentar von fat bob ger (12.05. 2011 12:51 Uhr):
Ich denke, manche Leser meinen, dass die Chartanalyse eine exakte Wissenschaft ist. Leider gelten an den Börsen andere Regeln: 1. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. 2. Die Mehrheit der Investoren/Spekulanten gewinnt selten >>> Wenn der Chart zu eindeutig ausschaut, kann es auch mal ganz anderst herum laufen: Beispiel: Yen/GBP vor ein paar Wochen. 3. Wer sehr hart spekuliert, kann mit einem Trade 100 Gewinntrades vernichten. 4. Wer konsequent hedgt, hat oft nach 100 Trades nur die Bank reich gemacht und selbst, wenn es gut geht, nur 3% verdient. 5. Auch wenn man die Märkte gut versteht, ist das keine Garantie für Gewinne, wenn z. B. das Timing nicht stimmt. 6. An Gewinnmitnahmen ist noch keiner gestorben. Schwer tun sich dabei vor allem Permabullen und -bären. 7. Was gestern richtig war, kann heute falsch sein oder nicht... 8. Man sollte nicht gegen einen großen Akteur setzen (FED, EZB, Regierung) bzw. immer einkalkulieren, dass die Regeln auch kurzfristig geändert werden können. 9. Nachrichten beeinflussen die Märkte nur, wenn sie als relevant eingestuft werden. Es gibt aber keine Regel, wann eine Nachricht relevant ist, und wie sie dann zu interpretieren ist. Fazit: Wenn es so leicht wäre an den Börsen Geld zu verdienen, müsste a) Herr Weisenhaus keine Kommentare veröffentlichen und b) ich meine Schüler nicht mehr unterrichten. Dann würden wir am Strand liegen und zusehen, wie unser Tradingsystem Tag für Tag unsere Kassen füllen würde und die ObenOhne-Bedienung würde uns immer einen frisch gepressten O-Saft nachfüllen. Charts machen vergangenes Verhalten sichtbar, zeigen Trends auf aber der größte Feind eines Charts ist die Trendumkehr oder eine Veränderung der Verhaltensmuster. Damit ist es immer leichter die Vergangenheit zu erklären, als in die Zukunft zu schauen. Nach 30 Jahren Investieren/Zocken an den Börsen stelle ich fest: 1. Ich habe 3 Peiten erlebt, 2. Ich bin nicht reich geworden, 3. Es hat irgendwie immer Spaß gemacht, außer bei den drei Pleiten. fat_bob_ger
Antworten- Antwort von XXX (12.05. 2011 19:16 Uhr):
Klasse Beitrag!
- Antwort von XXX (12.05. 2011 19:16 Uhr):