Der US-Dollar und die Getreidepreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 20. Oktober 2010, 20:00 Uhr
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Lange hat der Einfluss der als Überraschung gewerteten chinesischen Zinsanhebung auf die US-Währung ja nicht gehalten. Heute geht's nämlich schon wieder deutlich abwärts mit dem US-Dollar, was die Rohstoffpreise natürlich wieder unterstützt. Unter anderem auch die Getreidepreise...
Schwacher US-Dollar unterstützt die Rohstoffpreise
EUR/USD der gestern in der Spitze noch kurzzeitig über 1,40 notierte, geriet im Zuge der Ankündigung der Zinsanhebung durch die Peoples Bank of China, gestern deutlich unter Druck und riss unter anderem auch die Rohstoffpreise mit nach unten. Im Tief handelte das Währungspaar heute Morgen bei 1,3696.
Doch der Markt besann sich augenscheinlich recht schnell schon wieder eines Besseren, trotz des heutigen Mangels an Konjunkturdaten oder anderen News. Einzig die Veröffentlichung des Beige Book durch die FED steht für heute noch auf der Agenda. Erwartet wird nichts besonderes, nur das Übliche: der Konjunkturbericht der US-Notenbank dürfte auch diesmal nicht gerade vor Optimismus sprühen, bezüglich der Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft.
Obwohl die Erwartung weiterer QE-Maßnahmen und sogar einer möglichen Ausweitung der FED-Bilanz wirklich kein Überraschungspotenzial in sich trägt, genügt dem Markt die Erwartung weiterhin schwacher Wachstumsaussichten im Beige Book, um den US-Dollar heute wieder unter Druck zu setzen.
EUR/USD legte heute eine satte Erholung aufs Parkett, überflog förmlich die Widerstandsmarke bei 1,3850 und notiert aktuell bei 1,3968 wieder um das gestrige Vor-Korrektur-Level herum.
EUR/USD-Entwicklung (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
Nun wissen wir alle, wie wichtig die US-Dollar-Entwicklung für die Rohstoffpreise ist! Schließlich wird der Großteil der Rohstoffe weltweit in US-Dollar gehandelt. Wenn der US-Dollar schwächelt, dann steigen die Rohstoffpreise und umgekehrt. Denn durch einen schwachen US-Dollar wird der Kauf von Rohstoffen aus anderen dann stärkeren Währungen heraus günstiger. Mit anderen Worten: wenn der US-Dollar fällt, dann wird es beispielsweise für die Chinesen, oder auch die Europäer oder andere günstiger in US-Dollar gehandelte Waren, Güter oder eben Rohstoffe zu importieren, was natürlich unterstützend auf die Nachfrage wirkt. Das zeigt sich auch besonders gut an der Getreidenachfrage und damit den Getreidepreisen. Ein schwacher US-Dollar unterstützt im Grunde direkt die Nachfrage nach US-Getreide aus Übersee.
So weit eigentlich ein alter Hut, aber dennoch immer wieder ganz nett anzuschauen. Sehen wir uns deshalb stellvertretend noch kurz die Mais-Preis-Entwicklung an:
Mais zur Lieferung im Dezember an der CBOT in US-Cent pro Scheffel seit Wochenbeginn
Quelle: CFX-Trader
Nach dem gestrigen Rückgang, kann der Maispreis heute schon wieder aufholen.
Doch eigentlich wollte ich heute nicht über die Maispreise schreiben (hatte ich ja schon letzte Woche), sondern noch einen kurzen Schwenk zu den Weizenpreisen machen. Sehen wir uns diesen Schwenk im 2.Teil an...
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