Der Unsinn mit Japan
Nathan Lewis in Traders Daily
vom 28. Mai 2009, 12:00 Uhr
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Dieser Tage ist jeder ein Japanexperte. Es ist angeblich eine Geschichte mit einer Moral, von Banken und Regierungen, die es ablehnen, sich mit dem Problem zu befassen - das Problem sind dabei normalerweise "faule Schulden" - was dann zu einer endlosen Stagnation führen muss.
Es ist eine absolute Phantasievorstellung.
„Die Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen" wurde mir gesagt. Fast jeder versteht, dass wenn eine Währung an Wert verliert, es nach und nach immer mehr und mehr von dieser Währung braucht, wenn man etwas kaufen will.
Es funktioniert auch auf die andere Art. Wenn eine Währung im Wert steigt, dann braucht man immer weniger davon, um etwas zu kaufen. Wir wollen diesen Prozess als „monetäre Deflation" bezeichnen.
Dazu kommt es fast nie. Die Inflation birgt natürliche Versuchungen, aber es gibt normalerweise nur wenig politische Unterstützung für eine ausgedehnte Deflation. Seit 1985 erlebt Japan - mit etwas internationaler Überredungskunst - die vermutlich längste und dramatischste monetäre Deflation der vergangenen 500 Jahre, wenn nicht sogar der gesamten Menschheitsgeschichte.
Das wird bei den internationalen Wechselkursen deutlich. Seit Ende 1985 ist der Yen weit über das Niveau von 250 Yen pro Dollar hinausgeschossen, das er in den frühen achtziger Jahren hatte, und hat schließlich 1995 bei 80Yen/Dollar den Gipfel erreicht. Das bedeutet einen mehr als dreifachen Anstieg. Autsch. Der Anstieg des Yens zeigt sich noch deutlicher im Verhältnis zum ewig währenden Wertmaßstab, nämlich Gold.
Da mag den ein oder anderen verwundern. War Japan nicht die Wirtschaft, die in den späten Achtzigern in eine Blase brauste?
Das war so - angetrieben teilweise von einem Rückgang der Zinssätze um 300 Basispunkte, der zu einem steil ansteigenden Wert des Yen führte. Sie können sich die Auswirkungen auf den sowieso schon überhitzten Immobiliensektor ausmalen. Genauso hat sich die Regierung mit einer Reihe dramatischer Steuersenkungen befasst, in einer Linie mit ähnlichen Steuersenkungen durch Reagan in den Vereinigten Staaten.
Das und eine gesunde Dosis irrationaler Übertreibungen war genug, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, auch wenn der Verbraucherpreisindex sich in den Jahren 1987, 1988 und 1989 bei negativen 2,0% bewegte. (Wenn man ihn an den Anstieg der Verbrauchsteuern anpasste.)
Doch als die Anleihenblase einmal geplatzt war, wurde die Wirkung der monetären Deflation spürbar. Der Yen ist weiter gestiegen, und hat irgendwann mit 28.000/Unze Gold im Jahr 2000 den Gipfel erreicht. Das war ungefähr das Siebenfache des Werts im Jahr 1980 bei fast 200.000 / Unze Gold und ein dreifacher Anstieg gegenüber dem Wert Mitte des Jahres 1985 von ungefähr 90.000 / Unze.
Ich denke, es ist angemessen, den Immobilienmarkt der späten Achtziger als eine „Blase" zu bezeichnen, vergleichbar der, die wir in den Vereinigten Staaten erlebten, aber sie ist nicht natürlich gestorben. Nein, der japanische Immobilienmarkt wurde geschubst.