Der tristeste Tag des Jahres
Christoph J. Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 26. Januar 2006 12:00 Uhr
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Den 23. Januar bestimmte ein weiser Mensch zum tristesten Tag des Jahres. In den nördlichen Breiten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es ein grauer und dunkler Tag ist. Egal welche glücklichen Gefühle sich dann noch von den Feiertagen herüber retten konnten, sie werden wie weggewischt sein, wenn die Kreditkartenabrechnungen eintrudeln, von denen sich die eigene weihnachtliche Großzügigkeit ablesen lässt.
Und alles was dann noch vor einem liegt, sind lange dunkle Wintertage.
Für manche meiner Kollegen ist jeder Tag ein 23. Januar. Ihre Newsletter und Rundbriefe beklagen immer noch den steigenden Verschuldungsgrad im privaten Bereich. Sie werden nicht müde, auf den Zwillingsdefiziten der Bush-Regierung herumzureiten. Herausgeber, Kommentatoren und Schreiberlinge bauen lange Begründungsketten auf, die diese wirtschaftlichen Zeichen als Grundlage nehmen – Prognosen, die alle mit unvermeidlichen Bankenpleiten, dem Zusammenbruch des Dollar und den einbrechenden Gemeinschaftsfonds und Immobilien zu tun haben. Und das alles natürlich noch innerhalb weniger Wochen.
Ich muss zugeben, dass sich das alles manchmal sehr überzeugend anhört. Tatsächlich würde ich daran glauben, wenn mich nicht eine einzige, einfache Tatsache daran hindern würde. Ich habe die gleichen Vorhersagen von den gleichen Autoren schon 1989 gelesen, als ich selber noch ein junger Autor war und noch wesentlich mehr Haare auf dem Kopf hatte. Dann wieder 1992, 1995, 1997 und 2000.
Heute kämpft mein Haaransatz einen aussichtslosen Kampf gegen die Zeit und das männliche Prinzip der Glatzköpfigkeit. Was jedoch die nationalen Schulden und die Verbraucherschulden angeht, warte ich immer noch auf die angekündigten Konsequenzen. Ich bin mir sicher, dass ich noch eine Weile warten werde.
Warum? Weil die persönlichen und die privaten Schulden nur sehr wenig damit zu tun haben, wie er Markt funktioniert. Wenn die persönlichen Ersparnisse eines Individuums in irgendeinem Markt wirklich ein Indikator für das Profitpotential des Marktes wären, dann schlüge das Herz der Welt in China. Frankfurt und Stockholm wären weltweit Aktienmärkte der ersten Reihe.
Aber Chinas Markt erlebt schon seit fünf Jahren einen Konjunkturrückgang, der nur sehr selten Anzeichen für einen Aufwärtsbewegung zeigt. Und die meisten anderen Aktienmärkte bewegen sich mit der gleichen scheinbaren Zufälligkeit wie der amerikanische Markt, ganz egal wie solide die persönlichen Sparraten oder die verwendete Währung des Landes auch sein mag. Tatsächlich holen sich die meisten Weltmärkte ihre Hinweise darauf, was passieren wird, immer noch von den amerikanischen Börsen, ganz unabhängig von den beiden Defiziten.
Die hauptberuflichen Weltuntergangsbeschwörer liegen in einer Hinsicht richtig. Bei einem Markt, dessen Stimmungsschwankungen dazu führen, dass Trennungsdepressionen im Vergleich dazu wie einen Scrabbleabend beim Chef wirken, bei dem sogar der Dow innerhalb von sechs Stunden mehr als 200 Punkte gewinnen oder verlieren kann, müssen sich die Investoren auf eine ganz einfache Tatsache einstellen: Wenn man am Markt weiterkommen will, dann muss man mobil, motiviert und diszipliniert sein. Die emotionale Unabhängigkeit von den Aktien, die man kauft sollte beibehalten werden und man sollte bereit sein, diese auf den kleinsten Hinweis hin, fallen zu lassen.
Schließlich bedeutet jeder Anstieg und Fall eine doppelte Möglichkeit für einen Gewinn von 200 Punkten für diejenigen, die wissen, wo man hinsehen muss – und die den Mut haben, die Profite immer dann zu nehmen, wenn man sie kriegen kann.
Und das ist der Kern meiner Philosophie:
Schauen Sie sich die Bewegungen der Indizes und der einzelnen Aktien nicht als Bestätigung für Ihre Weltsicht an, sondern als Möglichkeiten, Gewinne einzufahren.
Ich habe die Grundlagen dieser Philosophie in einem Buch zusammengestellt. Es ist unter dem Titel "J. Christoph Ambergers Hot Trading Secrets" erschienen, ein Titel, der dem Buch in einer Hinsicht nicht gerecht wird, denn es enthält auch die ganze Arbeit und Forschung eines gesamten Teams. Um genau zu sein stecken darin 15 Jahre Arbeit. (Als Hauptherausgeber bin ich für die Geschäftsseite verantwortlich und ich kann daher feststellen, was es gekostet hat, zu diesen Ergebnissen zu kommen. Sie sollten sich eine mittlere Zahl mit acht Stellen vorstellen.)
Die Botschaft des Buches ist ganz einfach: Es gibt immer eine Möglichkeit außergewöhnliche Profite am Aktienmarkt zu machen, ganz unabhängig davon wohin die heimischen Indizes gehen – so lange man weiß, wie man die Zeichen des täglichen Datenflusses der Märkte lesen muss.
Der Schlüssel, die Möglichkeiten richtig zu nutzen ist, ein Auge auf das Geld zu halten. Die Möglichkeiten, Geld zu machen, verschwinden nicht einfach. Sie bewegen sich – von der NASDAQ Internet Blase zu den Immobilien, den Staatsanleihen aus dem Ausland und zu den aufkeimenden neuen Märkten zu Gold und wieder zurück in die amerikanischen Aktien. Aber sie verschwinden nie ganz.