Der "Trade des Jahrzehnts"
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 24. Juni 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Wie geht es dem "Trade des Jahrzehnts"? Nicht schlecht.
Wenn Sie den Investor's Daily schon länger lesen, dann wissen Sie, was ich mit dem "Trade der Dekade" meine. Es handelt sich um eine Investmententscheidung, die man nur einmal alle 10 Jahre treffen muss. Danach kann man den Fernseher abschalten, man braucht nicht mehr NTV zu sehen und den Wirtschaftsteil der Zeitung zu lesen, sondern kann sich stattdessen um die Dinge kümmern, die wirklich zählen – Frauen und Trinken, zum Beispiel.
Mein letzter "Trade des Jahrzehnts" stammt aus dem Jahr 2000. Damals sagte ich: "Kaufen Sie Gold, verkaufen Sie Aktien". Seitdem hat der Dow Jones etwa 2000 Punkte verloren. Der Goldpreis ist um ungefähr 100 Dollar gestiegen. Aber man kann für den Punktestand des Dow Jones in Dollar immer noch 26 Feinunzen Gold erhalten. Vor einem Vierteljahrhundert lag dieses Verhältnis bei 1 zu 1.
Der wirkliche Gewinn liegt noch in der Zukunft. Ich weiß nicht, was passieren wird, aber ich bezweifle, dass die Zukunft steigende Aktienkurse und einen fallenden Goldpreis bringen wird.
Ob durch Unfähigkeit oder durch eine perverse Absicht ... jedenfalls ist es die tiefe Absicht von Alan Greenspan, das Vertrauen der Welt in den Dollar zu zerstören. Er tut dies, indem er einen Schein-Boom veranlasst hat.
In einem wirklichen Boom verdienen die Leute echtes Geld. Und wenn sie mehr Geld verdienen, dann haben sie auch mehr Geld zum Konsumieren. Die Arbeitgeber stellen wieder Leute ein ... die Gewinne steigen und werden reinvestiert. Aber in einem "Schein-Boom" – der auf Schulden basiert – wird die reale Nachfrage durch eine "Schein-Nachfrage" ersetzt. Das führt zu "Pseudo-Reichtum", wie es Dr. Kurt Richebächer nennt ... zu teuren Immobilienpreisen und überteuerten Aktienkursen.
Und Gold? Eine Inflation wird zu einem steigenden Goldpreis führen. Auch eine Deflation sollte zu einem steigenden Goldpreis führen – da die Leute dann "sichere Häfen" suchen.
Aber wer weiß? Vielleicht haben die Zentralbanker es endlich doch geschafft, mit dem Papiergeld umgehen zu können. Vielleicht können sie aus dem Nichts Kaufkraft schaffen. Es gibt also keine Garantie, dass es eine Inflation oder Deflation geben wird.
Ich bleibe dabei:
Verkaufen Sie Aktien, kaufen Sie Gold.