Der Staat als Konkurrenz am Geldmarkt, macht Kredite teuer
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 19. Mai 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Lebt der Staat über seine Verhältnisse und verschuldet sich, so konkurriert er am Kapitalmarkt direkt gegen Unternehmen und deren Refinanzierungsbedarf. Man kann es auf die Formel bringen: Je mehr der Staat die Ersparnisse seiner Bürger in vermeintlich sichere Staatsanleihen lenkt, desto mehr Zinsen müssen Unternehmen für ihre Anleihen bieten, um ihre Investitionen zu finanzieren. Diese Entwicklung geht zu Lasten der Unternehmensgewinne und in letzter Konsequenz zu Lasten von Wachstum und Arbeitsplätzen. Nun lässt sich beobachten, dass zur Bekämpfung der Finanzkrise das Zinsniveau so weit gesenkt wurde, dass Investoren zunehmend auf die höher verzinslichen Unternehmensanleihen ausweichen. Damit fließen die Ersparnisse der Bevölkerung vermehrt den Unternehmen zu und weniger dem Staat - eine höchst komfortable Situation für investitionswillige Unternehmen. Konzerne wie Adidas oder Bayer refinanzieren sich über Unternehmensanleihen derzeitig zu lediglich 5 Prozent Zinsen bei 4 Jahren Laufzeit.
Die Konsequenz für Aktionäre
Wie der Bundesverband Deutscher Banken mitteilt, hat sich das Volumen der Unternehmensanleihen von 2008 bis 2010 von 178,5 Milliarden Euro auf 250 Milliarden Euro ausgeweitet.
Deutschland und seine Aktienmärkte profitieren nicht nur von einem Standortvorteil allein, sondern gleich von einem Bündel positiver Faktoren. Da ich davon ausgehe, dass sich diese positive Entwicklung selbst trägt und als Trend auch in den nächsten Jahren Bestand hat, rechne ich in diesem Jahr noch mit einem DAX von 9.000 Punkten.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Ihr Jürgen Nowacki