Der sehnlichste Wunsch der Bullen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 22. Dezember 2009, 08:30 Uhr
am Vormittag hatte vermutlich nicht nur ich Probleme mit meiner gestrigen Überschrift „Das Thema Rallye ist noch nicht begraben". Doch der große Bruder, der Dow Jones, zog den Dax schließlich mit nach oben. Viele Wirtschaftsmeldungen gab es gestern nicht, doch die wenigen vermochten es, die Marktteilnehmer vor Weihnachten noch einmal auf Einkaufstour zu schicken. Zwei Blue Chips (Alcoa und Intel) wurden von Analysten hochgestuft und setzen sich beim Dow Jones klar an die Spitze. Auch die Aussicht auf eine Verabschiedung der US-Gesundheitsreform treibt die Kurse nach oben. Gestern gab es also zumindest schon eine kleine vorweihnachtliche Bescherung. Der letzte Schritt über die 6.000er-Marke muss aber noch genommen werden. Erst dann erfüllt sich für die bullisch eingestellten Marktteilnehmer auch deren sehnlichster Wunsch.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades. Natürlich werden sich im Laufe des Handelstages auch noch andere interessante Trading-Chancen ergeben. Wie sich der Handelstag dann genau entwickelt hat, erfahren Sie in der Abendausgabe gegen ca. 18.30 Uhr.
Dax (DAX.I): der Optimismus hat sich ausgezahlt
Es passiert nicht zu häufig, dass ich extrem optimistisch bin für den Dax bin. Gestern war aber so ein Tag. Meine positive Einschätzung wurde besätigt: 1,7% konnte der deutsche Leitindex zulegen und bei dieser kleinen Rallye auch ein neues Jahreshoch markieren. Noch so ein Bullen-Tag, und der nächste Tausender ist überwunden.Damit dies geling, muss aber noch der gestrige Ausbruch nach oben bestätigt werden.
Ich konnte zwei meiner Long-Trading-Ideen in die Tag umsetzen. Zuerst hielt, trotz eines kurzen Verlassens, die Unterstützungszone bei 5.850 Punkten dem Druck der Bären stand. Hiermit wurde dann die Voraussetzung für einen Long-Einstieg geschaffen. Zu 5.861 Punkten ging ich long. Lange Zeit kam der Trade nicht so recht weg vom Fleck. Als es bei 5.880/85 Punkten über eineinhalb Stunden kein Vorankommen mehr gab, stellte ich die Position glatt (zu 5.875). Mit der Eröffnung der Wall Street kam dann aber Schwung in die Bude und mein nächstes Long-Szenario wurde aktiviert. Das Jahreshoch (auf Schlusskurs-Basis) konnten nun überwunden werden (Ausführung zu 5.910). Nun wollte wieder jeder Marktteilnehmer Teil der Jahresendrallye sein und der Kaufdruck ließ den Dax bis auf 5.940 Punkte ansteigen. Wegen den Gründen, die ich in der gestrigen Morgenausgabe erwähnt hatte, bin ich aber schon vorher ausgestiegen. Nach einem Zwischenhoch bei 5.935 Punkten korrigierte der Dax etwas und ich beendete meinen Trade, bevor der aufgelaufene Gewinn komplett „aufgefressen" wurde (Ausführung zu 5.923,5). Am Abend kam der Dax dann etwas zurück, da auch der Dow Jones sein Tageshoch nicht verteidigen konnte.
Hinweis: Die Trades können im Chart nicht eingezeichnet und damit für Sie visuell nachvollzogen werden. Es gab gestern in der Chartanzeige beim Dax für einige Stunden technische Probleme, der Handel war aber jederzeit möglich gewesen.
Die asiatischen Börsen sind ebenfalls in Kauflaune und so wird der Dax vorbörslich nahe des gestern aufgestellten Jahreshochs gesehen. Sobald der deutsche Leitindex das Jahreshoch hinter sich lassen kann, werde ich long gehen (aber frühestens bei 5.950). Das Ziel ist klar: Die psychologisch wichtige 6.000er-Marke. Hier kann es dann gut sein, dass starke Gewinnmitnahmen einsetzen. Im Ziel fällt schließlich auch Ballast von den Schultern. Die Frage wird sein, ob an diesem wichtigen Punkt einsetzende Käufe dies neutralisieren können. Gibt es genügend Marktteilnehmer, die bislang unterinvestiert waren, die nun bei 6.000 Punkten die Kauf-Panik bekommen? Egal, wie diese Frage beantwortet wird, ich bin vorbereitet. Geht es bei 6.000 Punkten nicht weiter aufwärts, so verkaufe ich den Dax. Gelingt ein überzeugender Sprung über diese Marke, dann gehe ich long bzw. bleibe investiert.
Etwaige Schwächeanfälle sollten an der 5.900er-Marke ihr Ende finden. Hier steige ich wieder long ein, wenn wieder der Vorwärtsgang gefunden wird. Geht es jedoch weiter abwärts, dann verkaufe ich den deutschen Leitindex; aber erst bei einem Fall unter die Unterstützungszone bei 5.888 Punkten. Kann der Dax nach einer Verlustphase wieder die 5.900er-Marke von unten nach oben durchbrechen, so eröffne ich eine Long-Position.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Vorbörslich geben die Bullen wieder Gas. Das noch junge Jahreshoch wird attackiert.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Seit 2.11. können Sie den CFD auf den Dax (und andere Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
