Der Schluss-Teil meiner neuen Idee
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. Februar 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Warum haben die Republikaner umfangreiche Kürzungen vorgeschlagen - die aber 1) ohnehin nicht durchkommen und 2) sowieso nicht ausreichen würden? Weil so das System funktioniert. Es gibt bestimmten Macht-Gruppen besondere Vorteile. Egal, ob die Nation das Geld hat, dafür zu zahlen, oder nicht. Dann - wenn es da ein Problem gibt...wird vorgegeben, es zu lösen.
Und ich weiß, was sie denken..."nun, das System wird lernen müssen, das anders zu handhaben." Aber das setzt die Annahme voraus, dass das System" rational, denkend und ansprechbar ist.
Und das ist es nicht. Es reagiert zwar...wie ein primitives Molekül oder so, wie man in einem Meeting reagiert. Es hat eine DNA. Es will sich fortpflanzen. Es will kämpfen, um sich selbst zu schützen und am Leben zu bleiben. Aber es kann kein anderes Ding werden. Sehen Sie, Tiger mögen fast ausgerottet sein. Aber man sieht nicht, dass sie zu Hauskatzen mutieren, oder?
So funktioniert das eben nicht. Das System muss kämpfen, um sich selbst zu schützen. Nicht irgend etwas anderes. Das System kann nicht zu einem anderen System werden. Wenn es das könnte, wäre es nicht mehr länger das System, oder? Es wird auf den Anleihenmarkt reagieren...auf Pleite....auf Revolution. Es wird nicht auf die Notwendigkeiten fiskalischer Integrität reagieren.
Das ist nämlich der Schluss-Teil meiner neuen Idee, wie die Welt funktioniert. Der amerikanische Bundesstaat....und unsere weit reichenden sozialen Errungenschaften...sind in verschiedenen Zeiten entstanden. Die sind unter sehr verschiedenen Umständen geprägt worden. Das Klima hat sich geändert. Wo es einst im Übermaß Land, Wasser und Energie gab...sind jetzt 6 Milliarden Menschen, die um dieselben begrenzten Ressourcen in Wettbewerb treten. Wo einst eine Handvoll westlicher Nationen (und Japan) einen überproportionalen Anteil am Reichtum haben...müssen sie jetzt den Reichtum teilen mit Brasilianern, Chinesen, Indern und anderen.
Wo einst deren Bevölkerungen jedes Jahr reicher wurden, stagniert jetzt deren Reichtum, und geht sogar zurück. Wo einst jede neue Generation zahlreicher war als die vorige, gibt es jetzt immer weniger Arbeiter, um die Alten zu unterstützen. Wo einst alte Leute kooperierten, indem sie bald starben, nachdem sie mit der Arbeit aufgehört hatten, weigern sie sich jetzt, überhaupt zu sterben.
Und dennoch kann die Regierung sich nicht an diese neuen Realitäten anpassen. Diese neuen Realitäten sind gegen ihre Natur. Die ist dazu geschaffen, sowohl die Massen als auch die Eliten glücklich zu halten. Die Eliten wurden mit großen Bestechungsgeldern bezahlt. Die Massen mit kleinen. Was wird passieren, wenn die Bestechungen aufhören?
Das ist es, was wir herausfinden werden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Jaunecker (10.02. 2011 13:22 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, wie die jüngste Vergangenheit zeigt, werden die Massen (teils arme Bauern/Arbeiter, teils arbeitslose Jugendliche, am Rande der Existenz stehende KMUs) nicht länger an Versprechungen verlogener Regierungen glauben und sich beschwichtigen lassen. Das Problem das sich dabei stellt ist, werden sie wieder auf Märchenerzähler oder sonstwie namenhabender Lügner (u.a.auch Wissenschaftler) hereinfallen? Daß bestehende (vermögende) Strukturen alle Mittel einsetzen, den bestehenden Status zu erhalten, liegt in der Natur ihrer Sache, so daß man bereits von einer geistigen Inzucht sprechen kann. Abhilfe könnten nur Ereignisse wie bei der Gründung der Sowjetunion (wobei wieder nur eine Personengruppe gegen eine Andere ausgetauscht wurde) bringen. Dazu kommt das Beharrungsvermögen/die Ignorranz diverser Bevölkerungsgruppen, die nur ihre Linie kennen und als Dogma verstehen. Bedenken Sie enmal, wie lange eine (auch Irr)lehre besteht, die z.B. an der Uni vorgetragen/in Büchern verbreitet wird, gleiche Zeiträume gelten auch für Gesetzesänderungen und Integrationen. Wir haben verlernt, Unwichtiges von Wichtigem (Geld und Macht sind es nicht unbedingt) zu unterscheiden und unser Leben nach Wichtigem auszurichten. Dafür haben wir u. A. einen Personen-kult aufgebaut. Eine noch so tolle Idee eines überdotierten Managers bringt wenig, wenn nur er oder eine Handvoll Leute davon profitieren, während viele untergeordnete/betroffene Personen dadurch Schaden erleiden. Womit wieder das Thema Bewertung von Leistung ansteht. Ein Banker/Manager/ Theoretiker ist meist ersetzbar, der wahre Gewinn entsteht dort, wo meist minderbezahlte Leute Leistung erbringen, und ein verkaufbares Produkt fertigen. Wenn die Einkommen des Managements wieder in normale Größen kommen, werden z.B Stückpreise bei Produkten wieder sinken. Es ist absolut unverständlich, warum Leute, deren Job es ist, das Unternehmen zu steuern, und deshalb auch hohe Bezüge bekommen, auch noch Boni/Abfertigungen in Millionenhöhe erhalten müssen. Auch die gerne geübte Tätigkeit der Subvention aller möglicher Leistungen (Ausnahmen möglich) dient nicht der Erweiterung der Wirtschaftskraft (Gefahr der Abhängigkeit) sondern oft nur Basis einer versteckten Preiserhöhung des geförderten Produktes (statistische Mengengrundlage). Wieder werden die Schäden der Inflation und des Lobbyings sichtbar. Eine rigorose/empfindliche Bestrafung von Unternehmen die so arbeiten ist aber auch wieder teuer (Kontrollaufwand) und würde uns in Zeiten allmächtiger Apparatsckicks versetzen. Der angeblich so ausgleichende Markt kann oft aus Gründen unterschiedlicher Aus- führung eines Produktes (Übersichtsverlust) nicht vergleichen und reagieren. Mit freundlichen Grüßen Peter Jaunecker
Antworten - Kommentar von Peter Harting (10.02. 2011 15:05 Uhr):
Völlig richtig, das System bleibt sich immer selbst treu. Doch mit Revolutionen ist es meist noch schlimmer als vorher. Ein Umdenken müsste zunächst einsetzen, in dem Sinne, wie Bill Bonner es vorschlägt. Ich würde noch weiter gehen. Meine 7 Thesen dazu: Die Welt würde schöner funktionieren, wenn 1. Staaten nur das leisten, wofür sie eigentlich da sind: Für Frieden, Recht und Sicherheit zu sorgen. Außerdem: 2. Die Wohlfahrt, z.B. das mietfreie Wohnen im Alter, die Transferleistungen aller Art gehören von Verbänden (Gewerkschaften, Wohlfahrts-, Entwicklungshilfeverbände) geregelt und finanziert, in deren Angelegenheiten "der Staat" sich ständig einmischt und scheitern muss (siehe Hartz IV-Anpassung). Die Kosten dafür haben die - von Steuern entlasteten (siehe These 5) Mitglieder zu tragen und teilweise die Wirtschaftsunternehmen (durch ständig verbeserte Arbeitsbedingungen, Wohnungen für Mitarbeiter, Betriebsrente) 3. Schule, Hochschule, Forschung, Gesundheitsversorgung, "Kultur" etc gehört den Einrichtungen selbst überlassen, die Finanzierung fällt sowohl den Nutzern, insbesondere den "Gewinnern" der Wirtschaft in Gestalt von Stiftungen oder Schenkungen zu (ohne Einfluss auf die Inhalte der gesponserten Einrichtung erhalten zu dürfen). 4. Jede öffentliche Angelegenheit gehört vor ein ordentliches Parlament, das sich aus Fachkundigen zusammensetzt. Ressourcenausbeutung, Gemeindereformen, Sprach- bzw. Redelenkungen gehören ebenso zur Abstimmung, zumindest durch fachkundige Parlamente, wie die (meist unverbindlichen) Parteiprogramme der Jetztzeit. 5. Eine Einkommens- und Lohnsteuer entfällt. Die Staatsregierungen erhalten ihre Mittel gemäß ihres Budgets aus einer Umlage der zahlungsfähigen Betriebe zur Wahrung der öffentlichen Ordnung. Abgaben werden auf den Verbrauch von Waren, Landschaft, sonstiger Ressourcen und auf Gefährdungspotenziale durch Naturkatastrophen, Konkurse, Entlassungen oder Epidemien erhoben. Gewinnbringende Unternehmen lassen ihre Überschüsse nach Abzug ihrer Kosten für Arbeit und Investitionen in die Infrastruktur der kulturellen und wohlfahrtlichen Einrichtungen fließen. 6. Eine Schaffung bzw. Vermehrung von Geld ist ein staatliches Regal und dieses Hoheitsrecht tauscht Leistung gegen Befriedigung realer und anerkannter Bedürfnisse. Eine Vermehrung aus sich selbst heraus (z.B. durch Spekulation oder Wettgewinn) ist ausgeschlossen. 7. Für die Aufrechterhaltung (Garantie) dieser Ordnung sind die Staaten als Rechtsträger zuständig.
Antworten - Kommentar von Klaus Morian (14.02. 2011 11:37 Uhr):
Einspruch, Euer Ehren ! 1."müssen sie jetzt den Reichtum teilen" Reichtum entsteht durch kluges, hartes und organisiertes Arbeiten. Wenn alle arbeiten und richtige Entscheidungen treffen, wird Reichtum vermehrt. Die Idee, dass Reichtum eine konstante Größe ist, die geteilt werden muß, ist falsch. Wir alle sind reicher , als jemals zuvor. Die Differenz zu anderen reichen Ländern läßt sich durch das Verschenken von Wohlstand ( Kredite der Entwicklungsländer werden gelöscht, geliehenes Gold wird dem IWF geschenkt) und durch Belohnung von Nichtstum (Hartz 4 und der Tag gehöhrt dir) erklären. 2. Das System hat sich gewandelt! Von einer sozialen Marktwirtschaft, in der keiner mehr als das 40 fache eines Facharbeiters verdiehnte, die Sozialhilfe unbar (Gutscheine) erfolgte, Sozialhilfebezieher 6 Wochen im Quartal arbeiten mussten, die Rentner ihr Geld überwiegend in Deutschland ausgeben mussten( Geldkreislauf von Arbeiter und Transferbeziehern hin zu Arbeitern), Allianz, Münschener Rück und Deutsche Bank die Sicherung und im Besitz der Dt. Industrie waren ( Herr Schröder hat den Rheinischen Kapitalismus absichtlich zerstört) in irgendwas anderes. Und Frau Merkel meint den Turbokapitalismus aus der Kommiternschulung schon zu kennen.
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