Der russische Rubel wird vom Rohölpreis getrieben

in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
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Der russische Rubel ist für viele private Devisenhändler noch immer ein rotes Tuch. Zu tief sitzen die Erinnerungen an den Absturz der russischen Währung Ende der 90er Jahre. Noch immer wird das einstige Zarenreich insbesondere in Deutschland mit einer Mischung aus Faszination und Ehrfurcht betrachtet. Hierzulande geben denn auch negative Schlagzeilen über Korruption und Mängel an der Rechtsstaatlichkeit den Takt der Medien vor.


Dabei kann ist ein Investment im Rubel ein sehr lukratives Geschäft werden.

Rohöl und Erdgas sichern Deviseneinnahmen

Der Kurs des Rubels unterliegt besonderen Bedingungen. Zwar ist die Währung frei handelbar, doch die russische Zentralbank legt die Handelsspanne in Abhängigkeit von einem Währungskorb fest. Dieser Korb besteht aus fast drei Dutzend Währungen. Die russische Zentralbank nutzt für ihre täglichen Marktoperationen zur Einhaltung der Handelsspanne allerdings einen vereinfachten Währungskorb, der ausschließlich aus Dollar und Euro besteht.

Da Russland noch immer über keine wettbewerbsfähige Industrie verfügt, die ihre Produkte im großen Stil exportieren könnte, und im Westen der größte Staat der Welt nicht gerade als Urlaubsziel beliebt ist, bleiben die Rohstoffexporte die einzige nennenswerte Devisenquelle Moskaus, mit der Interventionen am Devisenmarkt durchgeführt werden können.

Irankrise könnte Rubelkurs in die Höhe treiben

Deshalb wird der Außenwert des Rubels insbesondere durch den Rohölpreis und die Geldmarktpolitik der russischen Zentralbank bestimmt. Im Zuge der diplomatischen Spannungen um den Iran erreichte der Rohölpreis in diesem Jahr sein Hoch bei rund 126 Dollar. Nachdem sich die iranische Führungsebene gesprächsbereit gezeigt hat, fiel der Rohölpreis auf jetzt 110 Dollar. Wie sehr der Rubel mit dem Rohölpreis korreliert, zeigt die mit dem Anstieg des Rohölpreises einhergegangene Aufwertung des Rubels. Obwohl die Kriegsgefahr durch die Gesprächsrunden zwischen der internationalen Gemeinschaft und dem Iran unwahrscheinlicher geworden ist und sich der Rohölpreis entspannt hat, notiert der Rubel gegenüber dem Dollar noch immer rund zehn Prozent fester als zu Jahresbeginn.

rub

Notenbank intervenierte bereits 2011

Sollten die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen wieder zunehmen, dürfte dies den Kurs des Rubels befeuern, sodass von einer neuerlichen Aufwertungsrunde ausgegangen werden kann. Da der Rubel an einen Währungskorb gebunden ist, sind extreme Kursausschläge gleichzeitig aber eher unwahrscheinlich. Die Währungskorbanbindung begrenzt zwar die Kursgewinne nach oben, dafür werden Anleger aber durch eine höhere Absicherung nach unten entlohnt. Denn die geldpolitischen Ziele der russischen Notenbank zielen klar auf eine feste Handelsspanne ab, die auch nach unten durch Interventionen verteidigt werden soll.

Gute Argumente für eine Position im Rubel

Die Bullen verfügen in der aktuellen Marktlage über die besseren Argumente. Verschärft sich die Krise im Iran, werden die Ölpreise wieder anziehen und mit ihnen der Rubel. Und sollte der Ölpreis weiter fallen, so begrenzt die Zentralbank die Abwertung des Rubels.

Eine interessante Konstellation, um eine entsprechende Short-Position EUR/RUB oder USD/RUB im Depot aufzubauen.

 

von
Thomas Kallwass
Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.


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