Der Rollercoaster (Achterbahn)
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 15. November 2006 08:30 Uhr
ENL5454
So nennt man einen Markt, der wie wild rauf und runter geht.
Dieser Begriff trifft nach der Zahlenflut auf den gestrigen Markt wohl am besten zu. Devisen-Signale hat dennoch zwei Trades gemacht, die erfolgreich abgeschlossen werden konnten. In diesem schwierigen Markt haben wir uns darüber besonders gefreut.
Japan glänzt
Stand 18.40 Uhr
Das Wirtschaftswachstum (BIP) hat heute Nacht alle überrascht. Die Messzahlen sind doppelt so gut ausgefallen als erwartet. Dies waren die stärksten Zahlen seit 13 Jahren. Dem entsprechend war auch die Reaktion in EUR/JPY.
Kursverlauf EUR/JPY vom 14.11.06
In der gestrigen Nacht gewann der JPY in Minuten an Stärke und erreichte ein Niveau von 150,60. Dieser Gewinn dauerte nicht lange an und es ging wie gewohnt für den EUR nach oben (siehe Devisen Monitor von gestern). Erst mit der Veröffentlichung der enttäuschenden ZEW-Zahlen ging es wieder Richtung Süden. Anschliessend wurde das alte Low bei 150,60 erneut getestet und unterboten. Kein gutes Zeichen für den EUR… Die sollte aber erst einmal genug sein. Um 19.00 Uhr gestriger Zeit setzte eine leichte Erholung für den EUR ein.
EUR/USD
Genauso turbulent verhielt sich dieses Währungspaar. Hier war gestern die alte Börsenweisheit: „Was steigt, das fällt und was fällt, das steigt" angesagt.
Chart EUR/USD vom 14.11.06
Gestern waren es die Produzenten Preise die für Furore sorgten. Diese fielen aufgrund der „niedrigen" Energiepreise auf ein erstaunliches Tief. Mittlerweile gehen die Gerüchte um, dass die FED (Federal Reserve) die Zinsen im nächsten Monat senken wird. Diese Gerüchte sind ein absoluter Nonsens. Die FED wird dieses Jahr in Richtung Zinsen nichts mehr unternehmen.
Anders sieht es in Japan und Europa aus. Aufgrund der gestrigen Zahlen muss die BoJ (Bank of Japan) etwas unternehmen. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass bei der heutigen Sitzung die BoJ einen Zinsschritt verabschieden wird. Die Pressekonferenz der BoJ wird erst am Donnerstag sein.
Ebenso wird die EZB verfahren. Anfang Dezember wird es so weit sein, die Zinsen erneut um 0,25% zu erhöhen. Dazu kommt dann für Deutschland noch die MwSt-Erhöhung und somit gehen der Wirtschaft weitere 3% verloren.
Laut Experten kommt es nur zu einem „Knick" im Wirtschaftswachstum. Ich sehe dies aber kritischer. Betrachten wir das Beispiel Japan, dann ist vor 5 Jahren ein wesentlich grösserer Schaden mit solchen Massnahmen entstanden. Damals wurde im entscheidenden Moment die Geldmenge verknappt und die Rezession ging noch bis heute weiter.
Wir wünschen uns allen einen erfolgreichen Handelstag.
Herzlichst
Daniel Fehring

