Der richtige Mann
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 24. Juni 2005 12:00 Uhr
ENL5454
*** Nochmal der Hinweis: Bei Optionsscheinen und Zertifikaten fallen Laufzeitende und letzter Handelstag auseinander! Der letzte Handelstag ist meist einige Tage vor Laufzeitende. Die genauen Termine können Sie leicht auf der Homepage der Euwax (=Zertifikatebörse Stuttgart) einsehen: Gehen Sie auf www.euwax.de, geben Sie dort die WKN oder ISIN des betreffenden Scheins ein und Sie erhalten rechts die Stammdaten des jeweiligen Scheins, mit den Angaben zu Laufzeitende und letztem Handelstag.
Normalerweise liegt der Abstand zwischen Laufzeitende und letztem Handelstag bei maximal 4 Handelstagen. Es gibt aber auch größere Abstände – Trader's Daily-Leser Norbert H. hat ein Extrembeispiel gefunden: "A0CSD3 Long Gold: Fälligkeit 20.03.06, letzter Handelstag 09.03.06 = 11 Tage, davon 7 Handelstage."
*** Die Rohstoffpreise entwickeln sich ja aktuell recht gut. Ich verweise auch auf die Nachzügler: Die Rohwaren!
Denn obwohl die Weltbevölkerung wächst und die Anbauflächen stagnieren (bzw. sogar zurückgehen, wegen sich ausbreitenden Städten in der Dritten Welt und Verödung, Versteppung ...), sind die Agrarprodukte heute immer noch ca. ein Fünftel billiger als vor einem Jahrzehnt. Hier gibt es deutliches Gewinnpotenzial!
Ein beliebtes Spiel ist es, den Pro-Kopf-Verbrauch einer bestimmten Rohware in China mit dem Pro-Kopf-Verbrauch dieser Rohware beispielsweise in den USA zu vergleichen. Natürlich wird der Pro-Kopf-Verbrauch Chinas auf Jahrzehnte hinaus nicht den US-Wert erreichen. Aber darum geht es auch gar nicht: Es geht darum, dass selbst kleinste Erhöhungen des chinesischen Pro-Kopf-Wertes mit der Zahl 1,1 Milliarden multipliziert werden!
*** Habe mir vor ein paar Tagen "Die Passion Christi" von Mel Gibson auf DVD angesehen. Harte Kost, und sehr beeindruckend zugleich! Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass der Film in "Originalsprachen", d.h. Aramäisch und Latein (mitunter Griechisch?) spielte, mit Untertiteln. Ein bisschen gestört hat mich die Tatsache, dass nicht immer klar war, was Überlieferung (steht in der Bibel), was Tradition (seit Jahrhunderten weitergegeben, aber nicht in der Bibel stehend) und was Fiktion (von Mel Gibson hinzugefügt) ist.
Ich habe mich danach mit einem amerikanischen Freund – der den Film ebenfalls gesehen hat – darüber unterhalten. Er verwies darauf, dass dieser Film in den USA monatelang die Kinos füllte. Er hat sich den Film in Deutschland im Kino angesehen; und da war er fast alleine, bis auf "eine Nonne und ein Gruftie-Pärchen". Das ist ein Unterschied zwischen Europa und den USA: Europa ist der Glaube abhanden gekommen. Für meinen Geschmack ist Europa etwas zu säkular geworden – denn im Gegensatz dazu heißt an Gott glauben, zu erkennen, dass es mit den Tatsachen der Welt noch nicht getan ist.
Nun ja, wie auch immer: Auf jeden Fall hat mir der Film bestätigt, dass unsere Religion "den richtigen Mann" zum Religionsstifter gemacht hat. Zweifel? Film ansehen!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,
Michael Vaupel