Der Präsidentschaftszyklus beeinflusst Gold kaum
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 4. Mai 2010, 17:00 Uhr
ENL5454
Der Präsidentschaftszyklus beeinflusst Gold kaum
Interessant ist ebenfalls die schwarze Linie, die Robert Rethfeld hier zusätzlich abbildet. Damit wird der Zeitpunkt im amerikanischen Präsidentschaftszyklus abgebildet, in dem wir uns gerade befinden. Bei Aktien, Anleihen und Währungsrelationen spielt dieser seit langem bekannte Zyklus häufig eine bedeutende Rolle. Dadurch können stärkere Abweichungen von der durchschnittlichen saisonalen Zyklik auftreten. Man kann annehmen, dass deren Wechselwirkung sich auch auf den Goldmarkt auswirken kann.
Wir sehen, dass sich auch bei Berücksichtigung des Präsidentschaftszyklus keine grundsätzlichen Gegenläufigkeiten zur normalen Zyklik ergeben. Dieser hat anscheinend also zumindest in den Zwischenwahljahren auf den Goldmarkt keinen sehr starken Einfluss.
2010 könnte ein sehr bullisches Jahr für Gold werden
Wenn wir diese Linie jedoch zusätzlich berücksichtigen, könnte die Saisonalität in 2010 noch stärker ausgeprägt sein als in den vergangenen Jahren. Zudem wäre die Seitwärtsphase im Sommer nur relativ kurz. Es zeigt sich ein besonders bullishes Bild für 2010. Auch statt des starken Oktober-Einbruchs ist nur eine Seitwärts-Konsolidierung zu erwarten.
Während es im Januar wenig Übereinstimmung mit der oben abgebildeten Kurve gab, traf die Entwicklung seit Anfang März erstaunlich gut zu. Doch natürlich kann es durch besondere Einflüsse immer wieder Abweichungen vom Durchschnitt geben, wie ich das bereits erwähnt hatte. Denken Sie also trotz eines so positiven Befunds für die Saisonalität in 2010 immer an Ihre Absicherungen! Vor allem ab Ende Mai, beim Übergang in die (verkürzte) Sommerpause, kann es einige ruppige Tage geben. Hochspekulative Positionen können da leicht aus der Bahn geworden werden.
Woran liegt diese ausgeprägte Saisonalität beim Gold?
Interessant ist es schon, dass bei allen drei bisher vorgestellten Interpretationen der saisonalen Durchschnittsdaten zu ähnlichen Zeiten im Jahr starke und schwache Phasen zu Tage treten, wenn auch in unterschiedlich starker Ausprägung. Bei einem Agrarrohstoff wäre dieser Befund ja leicht zu verstehen. Hier unterliegt er natürlich in jedem Jahr einem jahreszeitlichen Zyklus von Aussaat bzw. Blüte bis zur Ernte in verschiedenen Gegenden, der zudem stark vom Wetter beeinflusst wird.
Die "Ernte" kann ja bei einem Metall kaum eine Rolle spielen, denn es steht über das ganze Jahr relativ gleichmäßig zur Verfügung. Womit hängen also beim Gold die verschiedenen Zyklen-Ausprägungen zusammen? Die Antwort darauf erhalten Sie demnächst in einem weiteren Teil der Folge zur Saisonalität beim Gold.
Herzliche Grüße. Eine weiterhin erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
Ihre Daniela Knauer
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