Der Philladelphia Fed Index
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 22. Oktober 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Der Philadelphia Fed Survey, auch Philly Fed genannt, wird einmal monatlich um den 18. eines Monates um 18.00 MEZ Zeit veröffentlicht.
Der Philadelphia Fed Index ist eine Untersuchung des produzierenden (sekundären) Sektors im Gebiet von Pennsylvania, New Jersey, und Delaware. Hier befindet sich eine optimale Zusammensetzung der Produktionsstätten des produzierenden Gewerbes, die als repräsentativer Durchschnitt für die USA verwendet werden kann. Der genaue Ablauf der Umfrage sieht wie folgt aus: Jeden Monat wird eine Umfrage an ca. 250 Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten verschickt. Ca 100-125 dieser Unternehmen beantworten die Fragen nach der allgemeinen Konjunkturlage und besonderer Marktbedingungen.
Die einzelnen Bereiche, die der Index abdeckt, sind:
- Auftragseingänge
- Auslieferungen
- Auslieferzeiten
- Lagerbestände
- Auftragsrückstellungen
- Beschäftigung
- Gearbeitete Stunden
- Geplante Investitionen
- Bezahlte Preise
- Erzielte Preise
Anders als bei den meisten Konjunkturindizes, bei denen der Richtwert bei 50 Punkten liegt, wird beim Philly Fed ein Wert über 0 bereits als Zeichen eines Wachstums des produzierenden Gewerbes gewertet. Der Philly Fed wird übrigens bereits seit 1968 erhoben.
Der Index ist viel beachtet, da er neben dem Chicagoer Einkaufsmanagerindex als ein guter Indikator für den etwas später erscheinenden ISM Index gewertet wird. Dieser gilt seinerseits als marktbewegend und lässt genauere Prognosen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu. Damit ist der Philly Fed neben seiner eigentlichen Aussage sozusagen ein Frühindikator für den ISM Index.
Als besondere Stärke ist zu nennen, dass der Index sehr zeitnah zur Umfrage veröffentlicht wird und so eine gutes Abbild der aktuellen Situation des produzierenden Gewebes abgibt.