Der Partycrasher war wieder unterwegs
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 19. Februar 2010, 08:30 Uhr
auch die Wall Street zog gestern weiter an. Einige Konjunktur- und Unternehmensmeldungen fielen positiv aus und verstärkten damit die ohnehin gute Stimmung der Marktteilnehmer. Doch es gab auch schlechte Meldungen, wie beispielsweise der Anstieg bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe oder höhere Inflationszahlen, und auch der Ausblick des weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart enttäuschte. Die Anleger waren aber in Feierlaune und da beschäftigt man sich nicht lange mit unangenehmen Themen.
Mit der Partystimmung könnte es heute schlagartig vorbei sein. Der Partycrasher Ben Bernanke, seines Zeichens Chef der amerikanischen Notenbank, tauchte nach dem Ertönen der Schlussglocke der Wall Street auf. Die US-Notenbank kündigte an, bereits für heute die Notkredite für Banken zu verteuern. Der Diskontsatz steigt von 0,5% auf 0,75%. Erstmals seit Beginn der Finanzkrise wird damit an der Zinsschraube gedreht, wenn auch dieser Schritt noch keine nennenswerten Auswirkungen zeigen wird. Ein Zeichen ist es aber allemal. Der erste Schritt in Richtung „Zins-Normalität" kam zwar nicht überraschend, hatte Bernanke doch schon vor Tagen Andeutungen gemacht. Trotzdem gerieten die Märkte daraufhin in Aufruhr. Der Euro fiel gegen den Dollar deutlich zurück und die US-Futures brachen ein. Die europäischen Aktienmärken werden also mit einer kräftigen Abwärtslücke in den heutigen Handelstag starten müssen. Die Vorgaben haben sich schlagartig verändert. Genau wegen diesem „Übernachtrisiko" vermeide ich es meist, Positionen über Nacht zu halten. Dieses Risiko ist unkalkulierbar und Verlustbegrenzungen greifen in diesen Fällen fiel tiefer und nicht zu den Kurs-Marken, die ursprünglich vorgegeben waren.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades. Natürlich werden sich im Laufe des Handelstages auch noch andere interessante Trading-Chancen ergeben. Wie sich der Handelstag dann genau entwickelt hat, erfahren Sie in der Abendausgabe gegen ca. 18.30 Uhr.
Dax (DAX.I): erst beobachten, dann ...
Die Anhebung der Diskontrade durch die Fed zeigt an den Börsen in Fernost Wirkung. Der Nikkei beispielsweise schloss 2,1% tiefer. Der Dax wird vorbörslich rund 60 Punkte unter den Abendnotierungen gesehen: Ein ziemliches Brett! Damit befindet er sich in etwa auf dem gestrigen Ausgangsniveau wieder. Meine Aussage vom Donnerstag gilt daher auch heute: Auf Tagessicht wird entscheidend sein, ob die Unterstützung bei 5.630 Punkten hält oder nicht. Und das obwohl sich die Rahmenbedingungen schlagartig geändert haben. Doch realistisch betrachtet reagieren die Märkte doch sehr hektisch auf die Meldungen der Fed. Typisch! Normal geht es selten zu an den Börsen!
Ich werde mich frühestens ab 9.30 Uhr (wohl eher ab 10.00 Uhr) aktiv am Geschehen beteiligen. Damit lasse ich den anderen Marktteilnehmern genügend Zeit, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen und ihre Schlüsse zu ziehen. Die erste Phase des Tages wird wohl von den Anlegern dominiert, die sich zu emotional auf dem Börsenparkett bewegen. Sobald sich diese Marktteilnehmer ausgetobt haben, werde ich also wieder mitspielen.
Kann sich der deutsche Leitindex bei 5.630 Punkten wieder nach oben abstoßen, so gehe ich long. Fällt der Dax aber von oben kommend unter die Unterstützungslinie, eröffne ich eine Short-Position. Bei 5.590/5.600 Punkten ist der Dax gut abgesichert. Kommt es an dieser Kurs-Zone zu einem Stimmungswechsel, dann decke ich die Short-Position ein und gehe long. Zieht es die Bären aber weiter südwärts, bleibe ich investiert mit Kurs-Ziel 5.550 Punkten. Hier bzw. etwas weiter oberhalb an der unteren Begrenzungslinie des aufwärts gerichteten Trendkanals ergibt sich dann wieder eine gute Einstiegsmöglichkeit. Ich eröffne dort eine Long-Position, wenn der Dax zum wiederholten Male an dieser Linie nach oben abdrehen kann (wie am 11., 12. und 16. Februar). Kommt es aber erstmals zum Bruch dieser Begrenzungslinie, so gehe ich short.
Geht es heute zwischenzeitlich klar abwärts, dann nutze ich die Rückeroberung der Kurs-Marken von 5.600 Punkten und 5.630 Punkten für Long-Einstiege. Scheitern die Bullen an diesen Kurs-Marken wird der Dax aber via CFDs geshortet. Kann der Bernanke-Schock bald abgehakt werden und basteln die Bullen weiter an ihrer Aufwärtsbewegung, dann wird es bei 5.675/80 Punkten interessant. An diesem Widerstand entscheidet sich dann, ob wieder an der oberen Begrenzungslinie des Trendkanals angeklopft werden kann oder nicht. Gelingt der Sprung über den Widerstand, so gehe ich long mit Kurs-Ziel 5.715 Punkte - hier verläuft gegenwärtig die Begrenzungslinie. Dort angekommen zögere ich dann nicht lange, nehme Gewinne mit und gehe short, wenn es nicht sofort weiter gen Norden gehen solte. Rutscht der Dax von oben kommend unter die Kurs-Zone bei 5.680/75 Punkten oder scheitert er bereits auf dem Weg nach oben an diesem Widerstand, eröffne ich eine Short-Position.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Keine Panik! Schauen Sie sich den Chart an! Außer einer großen Eröffnungslücke gibt es noch nichts Beängstigendes zu berichten.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Sie können den CFD auf den Dax (auch bei anderen Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
