unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom
Die Presse der Welt schien Ende letzter Woche alarmiert zu sein. Es verwunderte die Medien, dass die Aktienkurse fielen ... dass die Verbraucherpreise stiegen ... und dass der Papst katholisch war.
Zum letzten Punkt. Insbesondere die europäischen Zeitungen schienen überrascht und unzufrieden, nachdem sie herausgefunden hatten, dass der neue Papst ein Traditionalist ist, ein einstiges Mitglied der Hitlerjugend soll jetzt zum "Hüter der katholischen Lehre werden", so stellt die Times es dar. Sie hatten alle auf einen fetzigen, fortschrittlichen Papst gehofft, auf einen, der sich, wie Paulus schreibt "von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, womit sie uns erschleichen, uns zu verführen, bewegen und wiegen lässt", genauso wie alle anderen auch. Stattdessen beklagt sich der alte Mann über Marxismus, Liberalismus, Libertinismus, Kollektivismus, radikalen Individualismus, Atheismus, Agnostizismus ... und all die anderen -ismen, die die Öffentlichkeit in den letzten beiden Jahrhunderten befallen haben.
Und was die Aktien anbelangt: Der Bärenmarkt, der im Januar 2000 seinen Anfang nahm, wird scheinbar jetzt fortgesetzt. Auch das ist ein ziemlicher Schock für all diejenigen, die gemeint haben, dass man mit Aktien kein Geld verlieren kann – zumindest nicht auf lange Sicht. Aber die kurzfristigen Verluste, die die meisten Anleger haben einstecken müssen, halten sich immer länger und länger ... einige der größten, bekanntesten und sichersten Firmen befinden sich auf dem Rückzug ... Aktienfonds steht in diesem Jahr das Wasser bis zum Hals ... und Anleger, die in den letzten sieben oder acht Jahren überhaupt irgendwelche Gewinne erzielen konnten, sind rar.
Und die Inflation? Die Preise von den Gütern, die in China hergestellte werden, fallen immer noch. Alan Greenspans günstige Kredite führten zu einem Boom der Investitionen in Asien. Der 'Economist' erklärt das so:
"Künstlich gering gehaltene Zinssätze lösen gewaltige Investitionen in China aus. Diese verringern Chinas Kosten pro Arbeitseinheit stärker als hohe Zinssätze. Sinkende Arbeitskosten führen zu sinkenden Exportpreise aus China und verschlechtern die Position Amerikas im Wettbewerb noch mehr."
Aber die Produkte, die nicht in China hergestellt werden, sind im Preis gestiegen, wenn auch nicht dramatisch, so doch zumindest theatralisch. Was bedeutet, dass sie durch das absurde Vorgehen von Alan Greenspan nach oben getrieben wurden – der somit die Rolle von jemandem zu spielt, der vorgibt, den Dollar schützen zu wollen, während er hinter seinem Rücken die Messer wetzt. Der 'Economist' bezeichnet die amerikanische Zentralbank als "die größte Druckerei der Welt."
"Seit 1975 ist die Liquidität innerhalb von zwei Jahren nicht mehr so stark angestiegen", schreibt der 'Economist' über die Entwicklung der "allgemeinen Liquidität" in den Jahren 2003-2004 – ein Wert, der die Zentralbankgeldmenge von Amerika angibt, inklusive Banknoten und Münzen, die Bankreserven, die die Zentralbank hält und die Devisenreserven, die von den Zentralbanken rund um die Welt gehalten werden."
Anfangs glaubten schlaue Trader am Währungsmarkt noch, dass die Inflationsnachrichten, die uns Mitte letzter Woche erreichten, dem Dollar gut tun würden. Die Zentralbank würde die Zinssätze anheben, meinten sie, um die grünen Scheinchen zu schützen. Das würde dazu führen, dass der Dollar verstärkt gekauft würde. Aber dann kamen sie doch noch zu Verstand und mussten einsehen, dass die Fed wenig Interesse hat, den Dollar zu schützen und dass ihr auch keine Mittel zur Verfügung stehen, es zu tun – zumindest nicht, seit Mr. Greenspan im Amt ist. Der Dollar ist daraufhin auf 1,31 Dollar pro Euro gefallen.
Ich weiß nicht, was als nächstes passieren wird. Aber ich wette darauf, dass noch weitere Schocks folgen werden.