Der Öl Boom – Zeit das eigene Portfolio zu sichern (Teil 2 von 2)
Andrew Mickey in Traders Daily
vom 16. Februar 2007 12:00 Uhr
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3. Der zyklische Umkehrpunkt des Ölbooms.
Aber hier geht es um ein weiteres, wichtiges Thema, welches nicht außer Acht gelassen werden darf. Wir sitzen mitten in einem Ölboom. Und es gibt keinen Industriezweig der Boom- und Krisenzyklen gegenüber anfälliger ist als die Energieindustrie. Das wird Ihnen jeder im Ölgeschäft, der es erfolgreich durch die Mitte der Achtziger Jahre geschafft hat, sicher bestätigen. Der Energiemarkt besteht eigentlich aus nichts anderem als aus Booms und Krisen.
Sehen Sie, auch wenn der Ölpreis mit 78 Dollar pro Barrel im vergangenen August einen Rekordpreis erreicht hat, dann haben wir trotzdem immer noch nicht den höchsten je erreichen Wert für Rohöl wiedergesehen. Der wurde bislang nur im Jahr 1980 erreicht, als die Regierung unter Carter den stetigen Preisanstieg bei Öl auf einen inflationsbereinigten Wert von 92 Dollar übersehen hatte. Und dabei handelt es sich um den Durchschnittspreis über ein ganzes Jahr.
Öl hatte den Produktionsgipfel erreicht und wir standen an Schwelle zur Entwicklung tragbarer alternativer Energiequellen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Innerhalb der nächsten fünf Jahre sind die Ölpreise wieder auf günstige, inflationsbereinigte 26 Dollar pro Barrel gesunken.
Oberflächlich betrachtet ist der Grund für diesen Einbruch relativ leicht einzusehen. Hohe Ölpreise haben dazu geführt, dass die Ölunternehmen neue Felder gefunden und erschlossen haben, um mehr Öl zu den hohen Preisen verkaufen zu können. Es waren ganz einfach Angebot und Nachfrage, die dazu geführt haben, dass die Ausgaben für Produktion und Forschung einen neuen Boom erfahren haben.
In diesen Tage erleben wir ganz ähnliche Umstände. Im Jahr 2004 beliefen sich die Ausgaben für Produktion und Forschung insgesamt auf 157 Milliarden Dollar. Im Jahr 2005 kletterten sie sprunghaft auf 207 Milliarden Dollar. In diesem Jahr geht man von mehr als 300 Milliarden Dollar aus, die für die Suche und die Erschließung neuer Ölfelder ausgegeben werden.
Wie Sie sich sicher vorstellen können, kann man für 300 Milliarden Dollar eine Menge Öl finden und produzieren. Ich persönlich gehe deswegen davon aus, dass wir den Umkehrpunkt bereits überschritten haben und dass sich Öl schon auf dem Weg nach unten befindet. Die Ölindustrie kann einfach nicht anders und muss weiter nach höheren Profiten streben und sie wird dabei die Gans, die goldenen Eier legt, schlachten – genauso wie damals in den 1980er Jahren.
Aber das wird nicht ohne Verluste vonstatten gehen. Das Problem ist heutzutage, neue Ölquellen zu finden. 2000 kostete es drei Dollar pro Barrel, ein neues Feld zu entdecken. 2005 kostet es schon mehr als neun Dollar je Barrel ein weiteres Barrel im Erdboden ausfindig zu machen und hier liegen Möglichkeiten für die Investoren.
4. Geringere Ölpreise liegen vor uns.
Genauso wie wir erleben konnten, dass die Ölpreise im Januar gesunken sind, gibt es auch heute eine deutliche Stimmung in Richtung geringerer Ölpreise und davor müssen Sie sich schützen. Ich gehe davon aus, dass unser aller Portfolios momentan ein kleines Übergewicht in Richtung Ölaktien aufweisen.
Wer konnte 1980, als Carter und Reagan die Schlacht um das Weiße Haus kämpften und John DeLorean sich bereit zeigte, zum zweiten Henry Ford zu werden, wirklich wissen, in welche Richtung der Ölpreis tendierte?
Niemand konnte es sicher wissen. Beide Seiten konnten ihre Sache auf zwingende Weise nach vorne treiben. Und auch heute weiß niemand mit Sicherheit, wie es in fünf Jahren aussehen wird.
Ich habe es mir deswegen in den vergangenen Monaten zu meiner Aufgabe gemacht, mich gegenüber „Öl zu immunisieren“ und ich fand dabei die besten Anlagemöglichkeiten im Bereich der Ölindustrie – ganz unabhängig davon, in welche Richtung sich der Ölpreis in Zukunft bewegen wird.
Aber so etwas kostet einen schnell einige durchlesene Nächte, ziemlich hohe Telefonrechnungen und in meinem Fall auch eine Reise nach Texas. Aber es hat sich für mich gelohnt.
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